Veranstaltungsberichte

LANZAMIENTO PUBLICACIÓN “LOS PARTIDOS POLÍTICOS EN LA ERA DIGITAL, CONECTANDO A LA CIUDADANÍA CON LA DEMOCRACIA”

Am Dienstag, dem 4. Dezember fand im Museo Nacional in Bogotá die Präsentation der Publikation “Los partidos políticos en la era digital, conectando a la ciudadanía con la democracia” (Politische Parteien im digitalen Zeitalter – Verbindung der Bevölkerung mit der Demokratie), die von der KAS in Zusammenarbeit mit der Corporación SeamOS Democracia Digital erarbeitet wurde. Das Buch soll den Parteien helfen, ihre Politik zu modernisieren und auf die Bedürfnisse einer Bevölkerung einzugehen, die sich immer mehr in digitalen Medien bewegt.

Der Repräsentant der KAS Kolumbien, Dr. Hubert Gehring, eröffnete die Veranstaltung und betonte dass eine der Hauptaufgaben der KAS die Förderung und Stärkung der Demokratie sei, wobei die politischen Parteien historisch immer eine vorherrschende Rolle gespielt haben. Trotzdem seien in den letzten Jahren einige traditionelle Parteien verschwunden oder hätten an Bedeutung verloren, wodurch der Eindruck entstehen könnte, dass die Parteien vielleicht gar nicht mehr notwendig seien und dass politische Partizipation auch ohne sie möglich sei. Außerdem entwickle sich das digitale Zeitalter mit einer schwindelerregenden Geschwindigkeit und durchdringe alle Gesellschaftsgruppen. Daher müsse sich die Politik an die neuen Herausforderungen dieses Zeitalters anpassen.  

Das Buch gehe über die reine Kritik an der Situation hinaus und bietet konkrete Lösungsvorschläge zur Aktualisierung der Parteien und politischen Bewegungen nicht nur in Kolumbien, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Es enthalte darüber hinaus praktische Ratschläge wie die Parteien sich an die Anforderungen der digitalen Ära anpassen und sich dem Bürger in einer effizienteren Weise präsentieren können. Dr. Gehring meinte weiterhin, dass der Einsatz digitaler Medien auch zu mehr Transparenz in politischen Prozessen und somit zur Bekämpfung der Korruption beitrage. Im Anschluss sprach der Direktor von Seamos, Nicolás Díaz. Er bezeichnete den Bürger als Mittelpunkt der Demokratisierung; offen zugängliche digitale Technologien ermöglichten mehr Dezentralisierung und könnten den Dialog und die politische Partizipation fördern.  

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde die Publikation in einem Video vorgestellt. Darin bezog man sich auf eine Umfrage nach der 51% der Weltbevölkerung kein Vertrauen in die politischen Parteien habe, gleichzeitig waren jedoch 80% davon überzeugt, dass die Demokratie die beste Regierungsform darstelle. Das beweise, dass nicht die Demokratie das Problem ist und dass Alternativen zu ihrer Stärkung gefunden werden müssen. Anschließend zeigten drei der Autoren des Buches, Nicolás Díaz, Sebastián Guanumen und Juliana Hernández de la Torre, anhand der historischen Entwicklung der Demokratie dass diese niemals perfekt war. Auch wenn wir heute in einer hochgradig verkabelten Gesellschaft lebten, fehle die Beziehung zur Politik.

Die Autoren forderten das Publikum auf, mit Hilfe von gelben und lila Luftballons, vier Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten. Zunächst fragten sie, ob die Teilnehmer sich durch die Parlamentarier vertreten fühlten; zweitens ob sie persönlichen Kontakt zu den Kongressmitgliedern haben; drittens ob sie mit den stattlichen Institutionen zufrieden seien und viertens, ob sie meinen dass die Frauen im Kongress ausreichend vertreten seien. Bei der Beantwortung der ersten beiden Fragen war man geteilter Ansicht, einige warfen die gelben Luftballon hoch, das heißt sie stimmten mit Ja, vor allem in den ersten Reihen, die für Vertreter politischer Parteien reserviert waren. In den hinteren Reihen erschienen mehr lila Ballons (Nein). Bei den letzten beiden Fragen über die Institutionen und die Frauenvertretung überwog die Farbe Lila.

Das letzte Panel behandelte das Thema “Politische Innovation in den Parteien”, wurde von der Journalistin Mábel Lara moderiert, Teilnehmer waren der Abgeordnete der Repräsentantenkammer für die Partei Alianza Verde, Inti Asprilla; die Stadträtin von Bogotá für die Partei Polo Democrático Alternativo, Xinia Rocio Navarro Prada; der Abgeordnete der Repräsentantenkammer für die Liberale Partei, Juan Carlos Losada; die Pressesprecherin der Konservativen Partei, Natalia Morales sowie die Direktorin der Abteilung Politikwissenschaften der Universidad de los Andes, Laura Wills-Otero.

In dem Panel wurde darüber diskutiert inwieweit politische Parteien heutzutage noch Bedeutung haben, die Rolle der Parteien bei der Rechtfertigung persönlicher Aktionen einzlener Mitglieder sowie die Bemühungen um eine bessere Kommunikation mit den Wählern. Dabei kam auch die Frage sozialer Bewegungen und deren Rolle bei der Förderung der Bürgerbeteiligung auf. Man kam zu dem Schluss, dass sich die Bürger heute mehr für die Verteidigung einer gemeinsamen Sache zusammentun und dass solche Bewegungen auch oft zur Gründung einer Partei führen. Ebenso wie die Parteien, stünden die Bürgerbewegungen vor der Herausforderung, über die aktuelle soziale Mobilisierung hinaus, ihre Interessen in die politische Praxis umzusetzen. 

Abschließend ging man auf die Rolle der Technologie ein. Obwohl die Bevölkerung immer noch den persönlichen Kontakt mit führenden Politikern bevorzuge, könnten durch die neuen Medien zum Beispiel die Aktionen eines Kandidaten dargestellt, Meinungen der Wähler erfragt und Vorschläge eingeholt werden. Auch vereinfache die Technologie heutzutage die Rechenschaftslegung und erlaube damit mehr Transparenz.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.