Veranstaltungsberichte

Lassen Sie uns über Demokratie reden!

von Ann-Katrin Seidel

Tag der Demokratie am 15. September 2018 in Düsseldorf

Demokratie ist ein abstraktes Konzept – ein zusammengesetzter Begriff aus dem griechischen „dēmos“ (=Staatsvolk) und „kratós“ (=Gewalt, Macht, Herrschaft). Aber sie meint viel mehr als nur „Herrschaft des Volkes“. Mit ihr verbinden wir wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft wie den Schutz der Menschenwürde, Freiheit oder das Wahlrecht. Grund genug für die Generalversammlung der UN, ihr einen Tag zu widmen: Den Tag der Demokratie am 15. September. Auch in Düsseldorf wurde das natürlich gefeiert.

Im Rahmen des 11. Internationalen Tag der Demokratie am 15.09.2018 war unsere Frage an die Düsseldorfer: Was ist Demokratie? Was braucht sie? Wie kann sie funktionieren? Ihre Antwort sollten sie an unserem Stand an der Schadowstraße auf zwei große Puzzleteile schreiben. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die Aufgabe gar nicht so einfach war.

„Demokratie ist… wenn ich das wüsste!“

Demokratie –für uns heute so selbstverständlich, doch immer wieder erreichen uns Nachrichten aus Ländern und Orten der Welt, in denen das nicht so ist. Selbst in unserem eigenen Land führen wir immer wieder die Diskussion, wie genau wir uns das Leben in einer Demokratie vorstellen. Es verwunderte also nicht, dass die ersten Antworten recht zögerlich kamen, einige Besucher sogar ehrlich mit „Ich weiß es nicht“ auf die Frage reagierten, was die Demokratie denn braucht. Was aber wünschen sich die Menschen denn in einer Demokratie?

„Demokratie ist… gut!“

Da sind die Ideen schon eindeutiger: Auf „Vielfalt“, „Toleranz“ und „Mitsprache“ folgen schnell „Ehrlichkeit“, „Verständnis“ und „Verantwortung“. Ein Mann, er spricht nicht gut Deutsch, doch Demokratie, davon hält er viel: „Demokratie ist gut. Wir brauchen Demokratie!“, schreibt er auf das Puzzleteil. Das erste ist innerhalb einer Stunde schon vollgeschrieben.

„Demokratie ist… viel Arbeit!“

Die Vision einer perfekten Demokratie ist klar, die Wünsche sind eindeutig. Doch immer wieder bekommen die drei HelferInnen am Stand auch nachdenklichere Antworten. Ein Mann erzählt davon, wie die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg Demokratie erst mal wieder neu lernen mussten. Eine junge Frau sagt: „Demokratie braucht viel Zeit.“, eine andere: „Demokratie ist viel Arbeit!“

„Demokratie ist… jeden Tag!“

Im Endeffekt aber finden sich vor allem hoffnungsvolle Begriffe im Cluster rund um den Begriff „Demokratie“. „Vertrauen“ wird da gefordert oder „Herz und Verstand“. Auch konkrete Vorschläge haben die Düsseldorfer, was sich bessern müsste wie das Schulwesen und die Bildung. So ist der Tag der Demokratie also ein guter Anlass, um darüber nachzudenken, was Demokratie bedeutet – für jeden persönlich, für Deutschland, für die Weltgemeinschaft. Aber, und das trifft ein junger Mann zum Ende der Veranstaltung recht treffend, der 15. September mag der offizielle Feiertag für die Demokratie sein, „aber Demokratie ist jeden Tag!“.

Ansprechpartner

Simone Habig

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Leiterin Regionalbüro Rheinland

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Über diese Reihe

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erscheinungsort

Düsseldorf Deutschland