Veranstaltungsberichte

Nachhaltige, umwelt- und klimagerechte Entwicklung und Wirtschaftswachstum

von Maria Lucia Rodriguez B.
Am 17. und 18 April 2012 fand in Rio de Janeiro die internationale Konferenz: " Nachhaltige, umwelt- und klimagerechte Entwicklung und Wirtschaftswachstum" statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Erfahrungsaustausch über den Inhalt der nächsten Publikation des SOPLA Netwerks.

Am 17. und 18 April 2012 fand in Rio de Janeiro die internationale Konferenz: " Nachhaltige, umwelt- und klimagerechte Entwicklung und Wirtschaftswachstum" statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Erfahrungsaustausch über den Inhalt der nächsten Publikation des SOPLA Netwerks. Dieses Netzwerk besteht aus 13 Wirtschaftsinstituten aus ganz Lateinamerika und aus der Konrad Adenauer Stiftung, und veröffentlicht jedes Jahr eine Publikation zu relevanten Wirtschaftspolitischen Themen in Lateinamerika.

An dem Treffen nahmen Wissenschaftler der 13 lateinamerikanischen Institute des SOPLA Netzwerks teil, unter anderem bekannte, auf Umwelt spezialisierte Wirtschaftswissenschafter wie Franz Tattenbach, der Delegierter von Costa Rica und ein Pionier in den Verhandlungen über den Emissionshandel war. Ebenfalls anwesend war die Juristin und Expertin für Umweltfragen Clara Omland vom Zentrum für Interdisziplinäre Studien der Universität Bonn und Björn Pieprzyk, Experte vom deutschen Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Beide kamen aus Deutschland, um die Gruppe bei ihrer Forschungsarbeit zu unterstützen.

Bei der Eröffnungsrede dankte Olaf Jacob, Leiter des Regionalprogramms SOPLA der Konrad Adenauer Stiftung, allen Teilnehmern für ihre Anwesenheit. Marcela Perticara, akademische Koordinatorin der Universität Alberto Hurtado, sprach über die Aufgaben der wissenschaftlichen Koordinierung. Das erste Panel der Konferenz bestand aus mehreren Präsentationen von Umweltexperten, im zweiten Panel wurden die Arbeitsvorschläge der 13 Wirtschaftsinstitute vorgestellt.

In der Expertenrunde betonte Johann Gottschalk, Professor für Ökonomie und Umweltpolitik an der ITESO in Guadalajara, nicht nur die Relevanz das Thema der nachhaltigen Entwicklung in dieser Zeit der "Weltkrise" zu behandeln, sondern hob auch hierbei die Rolle der KAS hervor. In der Präsentation von Franz Tattenbach stellte dieser den Markt des Emissionsrechthandels als einen der wichtigsten Märkte für Umweltdienstleistungen dar und unterstrich die Bedeutung des Stern-Reports.

Björn Pieprzyk vom Bundesverband Erneuerbare Energien aus Berlin präsentierte den Fall Deutschland, wo erneuerbare Energien eine immer größere Rolle in der Wirtschaft spielen. Den juristischen Teil übernahm Clara Omland, Expertin für Umweltrecht und Wissenschaftlerin am Zentrum für Interdisziplinäre Studium an der Universität Bonn. Sie präsentiert die Natur als "res communis" und Umweltrecht als Regulator für ein Anliegen der ganzen Menschheit, weshalb es eine internationale Verantwortung gebe.

Im Anschluss an die Vorträge der Umweltexperten, folgten die Präsentationen der 13 verschiedenen Studien. Am Nachmittag des ersten Tages zeigten Fernando Fuentes, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Alberto Hurtado in Chile, Cynthia Pastor von der IPE in Peru, Monica Panadeiros vom Institut FIEL in Argentinien und Vicente Albornoz von CORDES in Ecuador ihre unterschiedlichen Forschungs-Vorschläge. Alle behandelten in ihren Forschungsansätzen die Frage der Energieversorgung.

Helena Garcia von FEDESARROLLO in Kolumbien und Franz Tattenbach von La Academia in Costa Rica beschäftigen sich in ihren Forschungsprojekten mit der Frage der Entwaldung. Interessant ist, dass in Kolumbien hinsichtlich dieser Frage erst sehr wenige Schritte eingeleitet wurden, während in Costa Rica Bedarf besteht, das bereits existierende System für Umwelt-Dienstleistungen zu evaluieren. Roberto Laserna von der Fundación Milenio stellte das Fall von Bolivien vor.

Für Guatemala sprach der Wissenschaftler Guillermo Diaz der IDIES, der eine Initiative der guatemaltekischen Universität Rafael Landívar vorstellte: diese Studie stellte die Interferenz des Bergbaus auf die lokale Entwicklung in Guatemala dar. Fabricio Vazquez von CADEP aus Paraguay behandelte die Probleme, die bei der Entstehung von mittelgroßen Städten in Paraguay aufkommen, während Ronaldo Seroa, Forscher am IPEA in Brasilien, das Wasser-Zahlungssystem in Brasilien vorstellte, das auf dem Prinzip einer Besteuerung namens "protetor-recebedor" basiert. Arnoldo Gabaldon, ehemaliger Umweltminister in Venezuela, betonte die Notwendigkeit für eine breitere Definition von nachhaltiger Entwicklung, die nicht nur die Variablen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt berücksichtige, sondern auch die der Demokratie und kulturelle Aspekte.

In den letzten zwei Präsentationen nutzen Johann Gottschalk vom ITESO in Guadalajara und Cecilia Plottier von der Katholischen Universität in Uruguay die Möglichkeit, ihre Vorschläge darzulegen. Für Mexiko behandelte Johann Gottschalk den Fall der Landwirtschaft im Autlán-Thal, während Cecilia Plottier über die Problematik der Auswirkung, die die landwirtschaftliche Produktion in Uruguay auf den Klimawandel habe, referierte.

Es fand eine Diskussion über alle Vorschläge statt, bei der jeder Wissenschaftler die Gelegenheit hatte zu den Vorträgen Meinungen zu äußern und Vorschläge aufzunehmen. Der Austausch von Erfahrungen und Wissen stellte eine Bereicherung für alle Beteiligten dar und dient als Grundlage für die Einarbeitung der SOPLA-Publikation.

Ansprechpartner

Gunter Rieck Moncayo

Gunter Rieck Moncayo bild

Leiter Regionalprogramm „Soziale Ordnungspolitik in Lateinamerika“ (SOPLA)

gunter.rieck@kas.de +56 22 233 57 33

Über diese Reihe

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