Veranstaltungsberichte

Neu-Münsterländer wollen sich engagieren

Der erste Teil des Integrationsseminares für Flüchtlinge ist ein voller Erfolg.
Am vergangenen Wochenende nahmen über 20 Geflüchtete am Empowerment-Workshop der Konrad-Adenauer-Stiftung in Nottuln teil, um die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Partizipation in Deutschland besser kennenzulernen. In Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Coesfeld (KI) und "Jugendliche ohne Grenzen" (JoG) wurden die Grundlagen für eine bessere Integration in die deutsche Gesellschaft erörtert. Mamadou Barry, aus Guinea ins Münsterland gekommen, fasste das Wochenende so zusammen: "Diese drei Tage sind für mich die besten, seit ich mein Land verlassen habe."

(Autor: Manuel Treude) Eine so "bunte" Seminargesellschaft wie am vergangenen Wochenende hat das Hotel "Marienhof Baumberge" in Nottuln vermutlich lange nicht mehr beherbergt: Zu Gast waren junge Geflüchtete aus dem Kreis Coesfeld, die sich in den nächsten Monaten im Rahmen von turnusmäßig stattfindenden Wochenendworkshops zu "Multiplikatoren" ausbilden lassen möchten. Multiplikatoren sollen als Experten und Vorbilder den Integrationsprozess von anderen Geflüchteten in ihrem sozialen Umfeld positiv beeinflussen und unterstützen. Dazu beschäftigen sie sich in den interaktiven Workshops detailliert mit Partizipationsmöglichkeiten, Kommunikation, Vernetzung, Verwaltungsstrukturen, Rechtsgrundlagen, kulturellen Feinheiten sowie gesellschaftlichen Etiketten in Deutschland, um auf dieser Grundlage und vor dem Hintergrund ihrer persönlichen (Flucht-) Erfahrungen in Zukunft aktive und gestaltende Rollen in der Flüchtlingsarbeit einzunehmen.

Mit diesem Ziel vor Augen trafen am Freitagnachmittag Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Guinea, dem Iran, Irak und der Türkei in Nottuln ein. Hin- und Rückreise der jungen Neubürger hatten einige ehrenamtliche Helfer organisiert, die erstere aus dem gesamten Kreisgebiet abholten und zum Hotel brachten - eine thematisch vollauf zum Seminar passende Organisationsleistung, lag der Schwerpunkt dieses Mal doch auf zivilgesellschaftlicher Partizipation und Ehrenamt. Nach einem ersten dynamischen Kennenlernen erläuterten Dr. Medard Kabanda und Nelli Foumba Soumaoro (JoG) - als leitende Organisatoren und Moderatoren des Projektes - sowohl Konzeption als auch Ziele der Seminarreihe und die grundsätzliche gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes in Deutschland. Die anschließende Diskussions- und Feedbackrunde bot den Anwesenden vorab eine Möglichkeit, eigene Ideen, Wünsche und Erwartungen offen zu artikulieren und besprechen.

Der Folgetag begann mit einem Inputvortrag von Dipl. Sozialpädagoge Joel O. Zombou zu kommunalen Verwaltungsstrukturen, Ehrenamt und Anlaufstellen für Geflüchtete. Unter Anleitung der Referenten reflektierten die Seminarteilnehmer anschließend in Gruppenarbeit über ihre bisherigen Erfahrungen mit ehrenamtlichen Tätigkeiten und Möglichkeiten des Engagements vor Ort im Kreis Coesfeld. Hilfreiche Unterstützung leistete Oumar Diallo (JoG), der seine eigenen Erfahrungen als Multiplikator in die Gruppenarbeit einbrachte. Nach getaner Arbeit folgte dann das Vergnügen, denn der Samstagabend bot den Teilnehmern noch einmal ausgiebig die Gelegenheit, sich in geselliger Runde besser kennenzulernen und gegenseitig zu vernetzen.

Zum Abschluss des ersten Workshops trafen sich alle Beteiligten am Sonntagmorgen in der Kapelle des Marienhofs Baumberge zur Vorstellung der Ergebnisse der Gruppenarbeit, die auf großen Leinwänden präsentiert und den anderen erläutert wurden. Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete ein vielversprechendes Wochenende, das vor allem die Lernbereitschaft und den Partizipationswillen aller Anwesenden offenbarte.

Ansprechpartner

Beate Kaiser

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin Frauenkolleg

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Über diese Reihe

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