Veranstaltungsberichte

Neue Ansätze für Medienfreiheit und gegen Desinformation nötig

von Darija Fabijanić , Manuela Zlateva
Das XI. "South East Europe Media Forum" in Sofia thematisierte Strategien für Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz

Pressefreiheit, Desinformation und Medienkompetenz sowie die Qualität politischer Debatten in Europa waren Schwerpunkte des XI. South East Europe Media Forum (SEEMF) in Sofia am 27. und 28. November 2017. Zu dem größten Branchentreffen der Region kamen über 200 führende Journalisten, Verleger, Medienexperten und Politiker aus ganz Europa. Das KAS-Medienprogramm Südosteuropa veranstaltet das Forum gemeinsam mit der Südosteuropäischen Medienorganisation (SEEMO) und der Zentraleuropäischen Initiative (CEI).

Die Veranstaltung wurde von Christian Spahr, Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, und Oliver Vujović, SEEMO-Generalsekretär eröffnet. Spahr sprach über besondere Herausforderungen der südosteuropäischen Medien wie den Einfluss von Oligarchen auf die redaktionelle Arbeit, die hohe Eigentumskonzentration und die schwachen Medienmärkte. Es sei notwendig, Solidarität und gegenseitige Unterstützung in der Branche zu fördern. "Auch von der EU und anderen westlichen Partnern brauchen die Journalisten in der Region Unterstützung", so Spahr.

Mitveranstalter CEI wurde durch Nedelcho Mihaylov vom bulgarischen Außenministerium vertreten. Während der Eröffnung betonte Dr. Lars Hänsel, KAS-Teamleiter für Europa und Nordamerika, dass Politiker die Macht haben, bessere Rahmenbedingungen für Medienfreiheit zu schaffen. "Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt alle, die sich für Qualitätsmedien einsetzen", sagte Hänsel.

Bulgarische Ministerin stellt Schwerpunkte der EU-Ratspräsidentschaft 2018 vor

Die Ministerin für die bulgarische EU-Ratspräsidentschaft, Lilyana Pavlova, nahm ebenfalls an der Eröffnung teil. In ihrer Rede stellte sie die wichtigsten Schwerpunkte der EU-Ratspräsidentschaft vor. Eine Priorität sei der Westbalkan. Die EU-Integration der Region sei im Interesse Bulgariens. "Die bulgarische EU-Ratspräsidentschaft ist eine Balkan-Ratspräsidentschaft. Das EU-Projekt kann nicht ohne den Westbalkan vervollständigt werden", so die Ministerin. Pavlova sagte, dass Integration das Schlüsselwort für Stabilität und Prosperität sei.

Eine Begrüßungsrede der EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel, wurde von Hristo Hristov von der Vertretung der Europäischen Kommission in Bulgarien übermittelt. Gabriel sieht Falschnachrichten als Gefahr, da die Medienmärkte sehr instabil seien. Daher bestehe die Notwendigkeit, aktiv nach Lösungen zu suchen.

Neue KAS-Studie zur Medienfreiheit und politischer Kommunikation in Bulgarien

Die Leiterin des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts "Alpha Research", Boriana Dimitrova, stellte die Ergebnisse einer Studie vor, die vom KAS-Medienprogramm Südosteuropa in Auftrag gegeben wurde. Laut der Umfrage glauben nur noch zehn Prozent der Bulgaren an unabhängige Medienberichterstattung. Dimitrova kommentierte, dass mit dem sinkenden Vertrauen in die Medien auch das Vertrauen in die Demokratie sinke. In der Studie wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit der Politiker analysiert. Nur elf Prozent der Bulgaren fühlen sich von Politikern gut informiert. Die Gesamtergebnisse sind hier verfügbar.

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Über diese Reihe

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