Veranstaltungsberichte

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk als thematischer Fokus bei Studienreise

von Darija Fabijanić
Das Medienprogramm Südosteuropa der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Kooperation mit dem KAS-Inlandsprogramm organisierten eine Informationsreise für Journalisten und Manager aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Deutschland.

In Berlin und Hamburg bekamen die Teilnehmer aus den zehn vom Medienprogramm betreuten Ländern einen Einblick in die Arbeitsweise und Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, die deutsche Medienlandschaft sowie aktuelle Aspekte der Innen- und Außenpolitik. Im Austausch mit deutschen Kollegen diskutierte die Gruppe vor allem die Themen Unabhängigkeit und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, technologische Entwicklungen in der Medienbranche sowie die Journalistenausbildung.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk nimmt in der Medienlandschaft eine wichtige Rolle ein, da er für die Bürger – zumindest in Deutschland – oft die erste Informationsquelle ist. In einer demokratischen Gesellschaft ist es Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Sendungsentscheidungen ausschließlich zum Wohle der Nutzer zu treffen, unabhängig von politischen oder kommerziellen Erwägungen. Doch dies ist nicht überall in der Welt der Fall und nicht nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht vor großen Herausforderungen, sondern die gesamt Branche – ob konkurrenzbedingt, finanziell oder politisch. Da Deutschland für die Länder Südosteuropas nicht nur in der Politik, sondern auch in der journalistischen Arbeit Orientierungspunkt und Ideengeber ist, hatte die Informationsreise nach Berlin und Hamburg das Ziel, den Gästen das deutsche Mediensystem, insbesondere den öffentlich-rechtliche Rundfunk, genauer vorzustellen.

Die erste Station der Reise war der Besuch des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Dort begrüßte Hendrik Sittig, Leiter des KAS-Medienprogramms, die Gäste aus Südosteuropa, stellte die Arbeit des Medienprogramms vor und gab eine kurze Einführung in die Themen der Informationsreise. Anschließend fand eine Diskussion mit der ARD-Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab statt. Sie gab einen Überblick über die Entstehung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und den Aufbau der ARD. Frau Pfab erklärte, dass die dezentralisierte Struktur, die Zusammensetzung der Gremien und die Finanzierung aus Rundfunkbeiträgen für politische Unabhängigkeit sorgen und eine freie Mandatserfüllung ermöglichen. Im Anschluss erklärte Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor beim rbb, wie das Fernsehen, die Radioprogramme und Online zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte beim rbb entstehen. In Bezug auf multimediales Arbeiten ist der rbb ein Vorreiter in der ARD. In dem Gespräch wurde ebenfalls das Thema Kontrollgremien und deren Einfluss auf das Programm angesprochen. Hierbei betonte Schulte-Kellinghaus: „Der Rundfunkrat sagt uns nicht, worüber wir berichten sollen, sondern berät uns lediglich." Dies wurde am nächsten Vormittag von der Vorsitzenden des rbb-Rundfunkrats Pfarrerin Friederike von Kirchbach bestätigt: „Wir greifen nicht in die Autonomie ein, sondern kritisieren und loben im Nachhinein."

An dem Gespräch nahm auch Dieter Pienkny, stellvertretender Vorsitzende des Rundfunkrats und Vorsitzender des Programmausschusses, teil. Er erklärte, dass der Rundfunkrat nur zu einem kleinen Teil mit politischen Vertretern besetzt ist und einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden soll, weshalb Naturschutzorganisationen, Kirchen, Frauenverbände und viele ande-re gesellschaftlich relevante Organisationen Mit-glieder in den 30-köpfigen-Rat entsenden. Dieses Mandat ist verbunden mit dem klaren Auftrag, nicht im Namen der Entsendeorganisation zu handeln, sondern im Sinne der Bevölkerung. ​​​​​​​

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Über diese Reihe

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