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Veranstaltungsberichte

PSR-Meinungsumfrage Nr. 70

von Malak Mansour
Die große Mehrheit der Palästinenser lehnt das Sozialversicherungsgesetz ab, zwei Drittel sind mit den Schlichtungsversuchen der Regierung unzufrieden und fast zwei Drittel fordern den Rücktritt des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Inzwischen begrüßen drei Viertel der Palästinenser die Rolle Katars im Gazastreifen. Die letzten bewaffneten palästinensisch-israelischen Konfrontationen im Gaza-Streifen sowie im Westjordanland haben die Popularität der Hamas deutlich gesteigert, genauso wie die Unterstützung einer bewaffneten Intifada, während sich die Unterstützung für Diplomatie und Verhandlungen deutlich verringert hat. Drei Viertel der Bevölkerung fordern, den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump abzulehnen, da dieser die Grundbedürfnisse der Palästinenser in keiner Weise berücksichtigen würde.
The findings of the 70 poll with the Palestinian Center for Policy & Survey Research - PSR
The findings of the 70 poll with the Palestinian Center for Policy & Survey Research - PSR

Dies sind die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Palästinensischen Zentrums für Politik und Umfrageforschung (PCPSR), die zwischen dem 12. und 16. Dezember 2018 im Westjordanland sowie im Gazastreifen durchgeführt wurde und am 18. Dezember im KAS-Auslandsbüro Ramallah vorgestellt wurden.

Mehrere Entwicklungen im Vorfeld der Umfrage haben die Ergebnisse beeinflusst. Hierunter fallen unter anderem die wachsende Opposition gegen das neue Sozialversicherungsgesetz, das Scheitern der Friedensbemühungen, sowie die Veröffentlichung eines Berichts, der auf eine Auflösung des Palästinensischen Legislativrats (PLC) durch Präsident Abbas hindeutet. Weitere Entwicklungen waren katarische Überweisungen nach Israel zur Deckung der Treibstoffkosten für das Kraftwerk in Gaza und die direkten Zahlungen Katars an die Mitarbeiter der ehemaligen Hamas-Regierung in Gaza. Im Vorfeld der Umfrage ist auch bekannt geworden, dass einige Palästinenser Land in Ost-Jerusalem und im Westjordanland an jüdische Israelis verkauft haben sollen.

Trotz zahlreicher Bemühungen, die Situation im Gazastreifen zu beruhigen, kam es in dieser Zeit zu schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Hamas und Israel. Die US-Regierung kündigte an, ihren eigenen Plan für den palästinensisch-israelischen Frieden zu veröffentlichen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu besuchte Oman, während mehrere israelische Minister die Vereinigten Arabischen Emirate besuchten.Abschließend kam es im Westjordanland während der Durchführung dieser Umfrage zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung.

Die Umfrage befasst sich mit all diesen Fragen sowie Dem Ausgang möglicher Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, der allgemeinen Situation in den Palästinensischen Gebieten, dem Friedensprozess, sowie den künftigen möglichen Szenarien für Palästinenser in Abwesenheit eines realistischen Friedensprozesses.

Die Größe der Stichprobe betrug 1270 Erwachsene, welche an 127 zufällig ausgewählten Orten persönlich befragt wurden. Die Fehlermarge liegt bei +/- 3%. Details der Umfrage sind als PDF (siehe rechte Spalte) als Download verfügbar.


Ansprechpartner

Malak Mansour

Malak Mansour

Programm-Managerin

malak.mansour@kas.de +972-(0)2-2 40 43 05

Über diese Reihe

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