Veranstaltungsberichte

Sicherheitsexperten zu Gast in Deutschland

Delegation aus Costa Rica, Panama, Guatemala und Honduras
Die politische Stabilität und innere Sicherheit in den Ländern der Region Zentralamerika sind durch organisierte Kriminalität, vor allem im Zusammenhang mit dem Drogenhandel, und eine hohe Gewaltrate bedroht.

Der verstärkte Kampf gegen Drogenkartelle in Mexiko und Kolumbien hat zu einer Zunahme der illegalen Aktivitäten in Zentralamerika geführt. Die Region ist vor allem Durchgangsbereich für Drogen aus Südamerika auf dem Weg in den Norden des Kontinents. Rund 90 Prozent der in den USA konsumierten Drogen passieren Zentralamerika. Das nördliche Dreieck von Zentralamerika, bestehend aus den Ländern Guatemala, El Salvador und Honduras, hat die höchsten Gewaltraten in der Region zu verzeichnen.

In Honduras lag im Jahr 2012 die Mordrate bei rund 90 Opfern pro 100.000 Einwohnern, eine der höchsten Raten weltweit ausserhalb von Kriegsgebieten, in Guatemala bei 38 Opfern. Angesichts schwacher staatlicher Strukturen und starker sozialer Ungleichheit gewinnt der Drogenhandel eine zunehmende soziale Akzeptanz in Landesteilen, in denen der Staat kaum präsent ist, so vor allem in der Region Petén in Guatemala und in Kommunen im Westen von Honduras in der Grenzregion zu Guatemala.

Die innere Sicherheit in Guatamala und Honduras ist neben der organisierten Kriminalität auch durch zunehmende soziale Konflikte und Protestpotenzial angesichts der sozialen Ungleichheit und fehlender Berücksichtigung der Belange der armen Bevölkerung bedroht. Insgesamt herrscht eine relativ hohe Gewaltbereitschaft, sowohl im Bereich der Kriminalität, hier vor allem auch bei den Jugendbanden, und selbst bei Auseinandersetzungen im Alltag. Die Sicherheitsfrage wird auch zunehmend für Costa Rica und Panama relevant.

Ziele des Besuchsprogramms für die Vertreter von Institutionen aus dem Bereich Sicherheit aus Costa Rica, Guatemala, Honduras und Panama sind die Intensivierung des Dialogs zwischen Zentralamerika und Europa zu Konzepten der Sicherheitspolitik für die Region, das Kennenlernen von grenzüberschreitenden Sicherheitsmaßnahmen und der Aufbau von Kontakten zu Entscheidungsträgern. Themen der Gespräche sind aktuelle Bedrohungsszenarien, Sicherheitskonzepte in der und für die Region, die Auswirkungen der organisierten Kriminalität auf Staatlichkeit und Regierungsführung, Konzepte zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Drogenhandels, Stärkung der inneren und grenzüberschreitenden Sicherheit.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.