Veranstaltungsberichte

Substaatliche Akteure im Nahen Osten

KAS und Brookings Doha Center veranstalten Workshop zu nicht-staatlichen Akteuren in Syrien und im Irak

Substaatliche Akteure übernehmen in vielen Ländern des Nahen Ostens tat-sächliche Aufgaben des Staates und unterwandern dadurch sein Gewaltmonopol. Grund hierfür ist die politische In-stabilität in der Region und die damit verbundene dysfunktionale Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft. So können viele Staaten weder die Sicherheit ihrer Bevölkerung, noch ausrei-chende Dienstleistungen wie etwa die Wasser- oder Stromversorgung garantieren.

Vor diesem Hintergrund haben die Konrad-Adenauer-Stiftung und das Brookings Doha Center einen Workshop am 8. Und 9. Oktober in Beirut veranstaltet, um die Entstehung solcher substaatlicher Akteure besser zu verstehen und weiter zu diskutieren, wie mit diesen Akteuren umgegangen werden kann, um die Region zu stabilisieren.

Am Workshop haben sowohl politische als auch zivilgesellschaftliche Akteure aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens sowie Wissenschaftler von regionalen, europäischen und amerikanischen Think Tanks teilgenommen. Die Veranstaltung fand unter der Chatham-House-Regel statt

Nach Begrüßungsworten von Dr. Tarik Yousef, dem Direktor des Brookings Doha Center, und von Dr. Malte Gaier, dem kommisarischen Leiter des KAS-Auslandsbüros Syrien/Irak, diskutierten die über dreißig Diskussionsteilnehmer unter Leitung von Ranj Alaaldin, Visiting Fellow am Brookings Doha Center, über die sich verändernde Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft im Nahen Osten und die Rolle  nicht-staatlicher Akteure in diesem Spannungsfeld.

Die Teilnehmer stellten eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure – von kriminellen Gruppen über Stämme bis hin zu ideologischen, soziopolitischen Bewegungen, paramilitärischen Gruppierungen und Sezessionsbewegungen – heraus, die ganz unterschiedliche Interessen verfolgen. Die Diskussion zeigte, wie diese Akteure durch eine Mischung aus Konfrontation und Kooperation mit dem Staat und der Gesellschaft ihren Einfluss und ihre Macht ausbauen. Die Teilnehmer betonten auch, dass diese Gruppen nicht nur als verlängerter Arm externer Akteure agieren und wahrgenommen werden sollten, sondern dass diese oftmals Legitimität und Unterstützung in der Gesellschaft genießen, da sie Sicherheit und eine gewisse Grundversorgung bieten können.

Der zweitägige Workshop legte die Grundlage für ein differenziertes Handeln gegenüber substaatlichen Akteuren, insbesondere in Syrien und im Irak. Die Ergebnisse des Workshops bilden einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Staaten und bewaffneten Gruppierungen, um die Zivilgesellschaft zu schützen und Institutionen zu stärken.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.