Veranstaltungsberichte

Die Zukunft globaler Klimapolitik

Konrad-Adenauer-Stiftung & EUCERS
Am 13. Dezember organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit EUCERS den letzten Klima-Talk des Jahres 2017.

Am 13. Dezember organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit dem European Centre for Energy and Resource Security am King's College den letzten Klima-Talk des Jahres 2017. Im Kontext des zweiten Jahrestages des Pariser Übereinkommens sprach das angesehene Gremium über Probleme wie die Zukunft globaler Klimapolitik und Veränderungen in der Klimafinanzierung.

 

 

In ihrer tongebenden Rede sagte Claire Perry, die britische Ministerin für Klimawandel und Industrie, sie bedaure, dass die deutsche Regierung keinen Vertreter zum Pariser Klimagipfel am 12. Dezember gesandt hatte. Frau Perry betonte Großbritanniens langanhaltende führende Rolle in der internationalen Klimapolitik. Das Vereinigte Königreich sei eines der ersten Länder, die eine rechtlich bindende Klimaverordnung umsetzten, welche sowohl die globale Erwärmung als auch Energiesicherheit thematisierte. Die Ministerin verwies darauf, dass Großbritannien kürzlich der Global Alliance to Power Past Coal beitrat, deren Ziel es ist, Kohleenergie bis 2030 abzuschaffen.

 

 

Die erste Diskussionsrunde thematisierte die Zukunft globaler Klimapolitik und wir waren hoch erfreut, ein so ausgezeichnetes Gremium begrüßen zu dürfen, mit Gästen wie unter anderem Chris Mottershead, dem Senior Vizepräsidenten des King's College, London.

 

Energie- und Klimathematiken sorgen schon lange für Spannungen zwischen der EU und Russland, erklärte Dr. Frank Umbach, Forschungsdirektor von EUCERS. Die russische Ausbeutung arktischer Energieressourcen habe beispielsweise territoriale Uneinigkeiten mit Norwegen ausgelöst. Russland sehe den Klimawandel nicht als Bedrohung, sondern eher als Möglichkeit, da er neue Handelswege über den Arktischen Ozean eröffnen und Zugriff auf bisher unberührte Bodenschätze ermöglichen könne.

 

Christoph Wolff, Geschäftsführer der European Climate Foundation, reflektierte Europas Rolle in der internationalen Klimapolitik. Sowohl Indien als auch China stellten laut Herrn Wolff bereits wichtige Bemühungen an, um ihre Kohlenstoffbilanz zu verbessern. Europa scheine allerding noch Probleme dabei zu haben, sich zu Themen wie beispielsweise Kohleenergie klar zu positionieren und er empfahl, sich baldmöglichst über die Rolle der EU in internationaler Klimapolitik zu einigen, um mithalten zu können. Glücklicherweise gebe es Gründe zur Annahme, die EU mache hierbei bereits Fortschritte: Es gebe einen Entwurf, der als European Climate Act bezeichnet werden könne und bereits innerhalb der EU im Trilog besprochen werde.

 

 

Die zweite Diskussionsrunde mit Persönlichkeiten wie Frau Ingrid Holmes und Herrn Chris Barrett besprach dringende Fragen zu globaler Klimafinanzierung und Investments in diesem Bereich.

 

Das Pariser Übereinkommen von 2015 ist laut Dr. Megan Bowman, Juradozentin und Mitbegründerin des Climate Law and Governance Hub am King's College, ein Meilenstein der internationalen Klimapolitik. Es stelle sowohl ein internationales Abkommen als auch einen Rahmen für rechtlich bindende Klimaprogramme auf nationaler Ebene dar. 

 

Dr. Bowman folgte darauf mit der Aussage, die Menge an Geld, die in internationalen Politikkreisen zum Kampf gegen den Klimawandel besprochen werde, sei weit entfernt von der Summe, die von Klimaforschern hierfür geschätzt werde. Man müsse verstehen, dass der Klimawandel nicht nur ein politisches oder wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Problem sei.

 

Über diese Reihe

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