Veranstaltungsberichte

VERBESSERUNG DER KENNTNISSE ÜBER MENSCHENRECHTE

Von August bis September 2014 veranstaltete das Auslandsbüro Jordanien der Konrad Adenauer Stiftung in Kooperation mit The Reference for Development and Training Foundation (RDTF) Fortbildungen für Jugendliche zum Thema Menschenrechte. Die Fortbildungen fanden jeweils an 2 Tagen in den Regierungsbezirken Ma’an, Tafila, Karak, Irbid, Ajloun und Mafraq statt

Zu Beginn der Fortbildung erhielten die Teilnehmer eine Einführung über die Konzepte von Menschenrechten und die Entstehung von internationalen Menschenrechtsgesetzen.

In der zweiten Sitzung präsentierte der Trainer Jordaniens internationale Menschenrechtsabkommen, unter anderem den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (ICESCR) sowie die Arabische Charta der Menschenrechte, die von der Arabischen Liga entwickelt worden ist. Desweiteren ratifizierte Jordanien das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung (CEDAW), wobei es Vorbehalte einiger Artikel gab, um sich nicht zu allen Artikeln des CEDAW zu verpflichten. Dazu gehört Artikel 15.4, der Frauen und Männer die gleiche Rechte auf Freizügigkeit und freie Wahl ihres Aufenthaltsorts und Wohnorts gewährleistet und Artikel 16, der die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Ehe- und Familienfragen gewährleistet.

Am nächsten Tag der Fortbildung wurde das Thema Staatsbürgerschaftsrechte in der jordanischen Verfassung und Gesetzgebung aufgeführt. Dabei wurden viele Fragen seitens der Teilnehmer in den Raum gestellt und diskutiert. Hier sprachen die Teilnehmer vor allem ihre Besorgnis über Arbeitslosigkeit und Chancengleichheit aus. Sie diskutierten die Nutzung ihrer Rechte, so wie sie in der Verfassung und in der nationalen Gesetzgebung festgelegt sind. Der Fokus wurde hierbei auf wirtschaftliche sowie politische Rechte gesetzt.

In der letzten Sitzung griff der Trainer das Thema Frauenrechte und Diskriminierung auf. Er stellte hierzu die Frauenrechte gemäß den nationalen Gesetzgebungen und CEDAW dar, und setzte den Fokus auf Rechte hinsichtlich Eheschließung, Scheidung, Sorgerecht und Erbschaft. Er beschrieb ebenfalls ausführlich die Rechte der Frauen in Bezug auf Sozialversicherung, Arbeit und Partizipation. Auch hier wurden viele Fragen seitens der Teilnehmer gestellt und diskutiert. Diese Sitzung führte zu einer sehr fruchtvollen Diskussion. Die Teilnehmerinnen appellierten an die männlichen Teilnehmer, das negative Frauenbild abzuschaffen, und die negative Einstellung gegenüber der Rolle der Frau in der Gesellschaft zu ändern.

Die Fortbildung war nicht nur eine Gelegenheit für die jungen Teilnehmer, Menschrechte im Allgemeinen kennenzulernen, sondern mehr über ihre Rechte gemäß dem jordanischen Gesetz zu erfahren.

Die Teilnehmer haben zusätzlich einen Leitfaden erhalten, der ihnen ermöglichen soll ihr neu erlerntes Wissen an Freunde, Familie und ihre Umgebung weiterzuleiten. Einige Bezirke, wie Ma’an and Tafila sind sehr konservativ eingestellt. Solch eine Veranstaltung hat es den Teilnehmern erlaubt mit Teilnehmerinnen zusammen zu kommen, Gedanken auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren. Insbesondere das Thema Genderrollen und Frauenrechte konnten hier intensiv ausdiskutiert werden. Viele der Teilnehmer sind in zivilgesellschaftlichen Organisationen und Freiwilligenarbeit aktiv. Die Fortbildung war eine Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk mit anderen aktiven Jugendlichen zu bilden.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.