Konrad Adenauer (1876-1967), Deutschland

Westintegration, Aussöhnung mit Frankreich, Aufbau der europäischen Institutionen: dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist das Fundament des europäischen Zusammenschlusses zu verdanken. Adenauer war von 1917 bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten (1933) Oberbürgermeister von Köln; danach mehrfach in Gestapo-Haft. 1946 wurde er Vorsitzender der CDU in der britischen Zone und ab 1949 Bundesvorsitzender. 1948 wurde er Präsident des Parlamentarischen Rates, von dem 1949 das Grundgesetz ausgearbeitet und verabschiedet wurde. Adenauer zählt damit zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik Deutschland. Ab 1949 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und erster Bundeskanzler bis zu seinem Rücktritt 1963. Zu seinen Verdiensten gehören unter anderem die Verwirklichung der Montanunion 1951, die Römischen Verträge 1957, der deutsch-französische Freundschaftsvertrag 1963. Adenauer hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich ein europäisches Identitätsbewusstsein entwickeln konnte, das auch heute die Europäische Gemeinschaft zusammenhält und legitimiert. 1954 wurde ihm der Internationale Karlspreis verliehen: „Dem kraftvollen Förderer eines einigen Europa”.

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