Der Sicherheitsbegriff

Bundeswehrsoldat der EU-Mission mit malischen Soldaten Bundeswehr / Andrea Bienert
Bundeswehrsoldat der EU-Mission mit malischen Soldaten

Nach dem vorwiegend staats- und militärzentrierten Sicherheitsverständnis des Kalten Krieges gründet sich der aktuelle Sicherheitsbegriff in der Erkenntnis der internationalen Akteure, dass die komplexen sicherheits- und entwicklungspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts eine intensive Vernetzung und inhaltliche Verschränkung beider Politikbereiche erfordern. Der Blick wird auf alle nationalen, regionalen und globalen Bedrohungslagen gerichtet, die Menschen und Völker gefährden und ihre freie Entfaltung behindern. Nicht nur militärische Konflikte oder internationaler Terrorismus, sondern auch Armut und Hunger, soziale Ungleichheit, Ressourcenknappheit, Epidemien und Pandemien, Umwelt- und Energiekrisen rücken in den Fokus.

Die aktuellen Erfahrungen aus Stabilisierungseinsätzen von Afghanistan bis Mali haben zudem deutlich gemacht, dass Sicherheit nicht nur durch militärische Mittel hergestellt und dauerhaft gewährleistet werden kann. Vielmehr bedingen sich die Politikfelder Sicherheit, wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie politische Stabilisierung gegenseitig. Vor dem Hintergrund dieses interdependenten Wirkungszusammenhangs wurde das Konzept der vernetzten Sicherheit entwickelt, das militärische, diplomatische, polizeiliche und entwicklungspolitische Erwägungen zusammenführt. Die Bündelung dieser Instrumente in einem kohärenten Politikansatz bestimmt heute in wesentlichem Maße die Strategiebildung für internationale Einsätze.

Nachhaltige Entwicklung, Frieden und Sicherheit können nur dann erreicht werden, wenn sie durch belastbare (rechts-)staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen getragen werden. Aufbau von effizienten, transparenten und demokratisch legitimierten Institutionen des Staates, Unterstützung des guten Regierungs- und Verwaltungshandelns (good governance), Durchsetzung der Menschenrechte oder Förderung einer starken, inklusiven, partizipativen Zivilgesellschaft und unabhängigen Medienlandschaft weltweit zählen folglich zu den zentralen Handlungsfeldern der internationalen Akteure. Im Promotionskolleg soll daher auch der Frage nachgegangen werden, welche Strategien zur Stärkung demokratischer, rechtsstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen und Akteure sich bis dato als besonders wirksam erwiesen haben, beziehungsweise unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen Nachhaltigkeit erzeugt werden kann.

Kontakt

Dr. Simon Backovsky

Dr

Referent / Geschäftsführer Promotionskolleg "Sicherheit und Entwicklung"

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