Organisationen und Akteure

KFOR-Soldaten der Bundeswehr mit der NATO-Flagge Bundeswehr / Andrea Bienert
KFOR-Soldaten der Bundeswehr mit der NATO-Flagge

Internationale Politik ist in einem hohen Maße komplex geworden, auch weil die Zahl der Akteure immer weiter wächst und weil die Politik Aushandlungsprozesse über verschiedene Ebenen (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) und mit zahlreichen Akteuren bewältigen muss. Die Zahl der Staaten hat sich seit 1945 fast vervierfacht. In rascher Folge entstehen neue politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Organisationen, von denen etliche inzwischen Anhörungsrechte z.B. in den Vereinten Nationen und auf Weltklimakonferenzen genießen. Seit 1945 bauten die USA ein Netz multilateraler Organisationen auf, das eine Weltordnungspolitik ermöglichen sollte – mit dem Ziel globaler Sicherheit und geregelter Wirtschafts- und Währungsbeziehungen. Es konnte nicht immer die erhoffte Wirkung der angestrebten Verrechtlichung zeitigen, dennoch funktionierte das Regelsystem in vielen Bereichen leidlich. Die Anarchie im internationalen System konnte jedoch nicht beseitigt werden, wie 1945 erhofft. Vielmehr nehmen willkürliche Machtpolitik und Unsicherheit wieder zu. Seit einigen Jahren entstehen, zumeist getragen von China, neue Parallelorganisationen, die explizit geschaffen wurden, um unabhängig von westlichen Werten zu werden; Einfluss und Macht des Westens sollen damit abgelöst werden.

Nationale Organisationen vernetzen sich global, um ihre Ziele gemeinsam durchzusetzen. Transnationale Unternehmen üben beachtliche Macht aus: Ihre Interessen sind nicht mehr an einen Staat gekoppelt, somit sind sie mobil und flexibel, suchen sich günstige Steuermodelle und die für sie günstigsten Arbeitsbedingungen, mit ausgeprägt positiven und negativen Folgen für die betroffenen Staaten. Die wirtschaftliche Verflechtung von wirtschaftlichen Organisationen vor allem aber auch Großkonzerne beeinflussen außenpolitische Entscheidungen.

Hinzu kommen Einzelpersonen bzw. deren Stiftungen, die substanziellen Einfluss auf bestimmte Politikfelder ausüben – die Bill und Melinda Gates-Stiftung in der globalen Gesundheitspolitik ist nur ein Beispiel. Die weitere Zunahme an Superreichen lässt erwarten, dass es künftig vermehrt Akteure mit beachtlichem Machtpotenzial in weiteren Politikfeldern geben wird.
Aber auch Terrororganisationen oder Einzeltäter sind zu neuen Risiken der Politik geworden, die das politische Geschehen nachhaltig in neue Bahnen lenken können.

Das Kolleg setzt sich zum Ziel, die Folgen der neuen komplexen Strukturen für die jeweiligen Forschungsprojekte mitzudenken und die Bedeutung der zahlreichen internationalen Akteure für den politischen Prozess in Gesprächen mit Wissenschaftlern und Praktikern erfahrbar zu machen.

Kontakt

Dr. Simon Backovsky

Dr

Referent / Geschäftsführer Promotionskolleg "Sicherheit und Entwicklung"

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