Veranstaltungsberichte

Zusammenarbeit im engen Verbund

Das „Biesdorfer Schlossgespräch“ befasste sich mit dem Thema „Ressource Bildung: Was muss sich in Kitas und Grundschulen zum Wohle unserer Kinder ändern?“

„Nach nicht zufriedenstellenden internationalen Vergleichstests wurde in Deutschland parteiübergreifend erkannt, dass die Stärkung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern zu einer zentralen bildungs- und zentralpolitischen Herausforderung geworden ist“, erklärt Christian Schleicher, der stellvertretende Leiter der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in seiner Einführung.

Die Qualität der Kindertagesstätte aber auch ein Mindestmaß an Unterstützung durch die Eltern sei eine wichtige Voraussetzung für den späteren Erfolg des Kindes, so Prof. Dr. Yvonne Anders, die Expertin für Frühkindliche Bildung und Erziehung an der FU Berlin. Sie machte deutlich, was Qualität bedeutet und dass natürlich von den verschiedenen Akteuren ganz unterschiedliche Qualitätsanforderungen bestehen: Eltern verstehen darunter beispielsweise lange Öffnungszeiten und gute Erreichbarkeit der Einrichtungen, Kindern geht es eher um den Wohlfühlfaktor und das Freundschaften schließen. Die Betreuer benötigen ein gutes Arbeitsklima, für Nachbarschaften ist es eher der Lärmpegel, der über die Qualität und Akzeptanz einer Kita entscheidet.

Als wichtige Herausforderung stellte sie den Übergang von Kita zur Grundschule heraus, der ihrer Meinung nach ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten erfordert. Die bessere Vernetzung von Eltern, Kita und Grundschule ist ihrer Ansicht nach eine zentrale Notwendigkeit, da ohne sie bereits die frühkindliche Erziehung im Sande verlaufe. Das Kind müsse durchgehend durch entwicklungs- und altersangemessene Praktiken gefördert und gefordert werden, so die Professorin.

Die Expertin bemängelte, dass Kinder von Bildungsbenachteiligten häufig später in betreute Einrichtungen gegeben würden. Gerade deren sprachlichen und kognitiven Defizite sprächen eigentlich dafür, sie früher an der Bildung in den Kitas teilhaben zu lassen.

Das diskutierfreudige Publikum, das sich zum Großteil aus Erzieherinnen zusammensetzte, sprach die mangelnde Anerkennung und Wertschätzung ihres Berufes an, bemängelte den schlechten Betreuungsschlüssel, forderte bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und machte sich für eine bessere Ausstattung der Kits stark, um zukünftig noch qualifizierter und motivierter arbeiten zu können.

Für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes, sei es von existentieller Bedeutung Kindern eine gute Bildung und Ausbildung zu gewährleisten, als auch Kindern unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Bildungschancen zu ermöglichen, lautete das Fazit der Veranstaltung. Alle Anwesenden waren sich einig, dass dies nur im engen Verbund von Familien, Kindertagesstätten, Horten, Kindergärten und Grundschulen möglich ist.

Ansprechpartner

Christian Schleicher

Christian Schleicher bild

Abteilungsleiter Politische Bildungsforen und Regionalbüros Nord

Christian.Schleicher@kas.de +49 30 26996-3230 +49 30 26996-53230