Vortrag

Der Engländer: Vor hundert Jahren wurde Eric Blair geboren. Als George Orwell machte er sich einen Namen

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Details

George Orwell (1903-1950) ist einer der wenigen großen politischen Publizisten des 20. Jahrhunderts, die die Welt ändern wollten, die sich aber nie einer totatlitären Ideologie verschrieben haben. Im Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Patrioten, die den Nazismus bekämpften, und focht manchen Streit mit den englischen Pazifisten aus. Orwell war mehr als nur patriotisch, er war kriegerisch - und auch darin wiederum sehr englisch.

Zu großer Form lief Orwell auf, wenn er den englischen Nationalcharakter beschrieb. Die herausragenden Eigenschaften seiner Landsleute hielt er in einer Liste fest: "Mangel an künstlerischer Sensibilität, Sanftheit, Respekt für das Gesetz, Misstrauen gegen Ausländer, Sentimentalität gegenüber Tieren, Heuchelei, übertriebene Klassenunterschiede und Sportbesessenheit". Die Engländer hätten "die Laster und Tugenden eines altmodischen Volkes. Den politischen Theorien des 20. Jahrhunderts begegnen sie nicht mit ihrer eigenen politischen Theorie, sondern mit einer moralischen Eigenschaft, die man vage als Anständigkeit beschreiben muss". Das war beinahe ein Selbstportrait. Dieser in Deutschland eher unbekannte Orwell soll an diesem Abend vorgestellt werden.

Dr. Martin Rooney, 1948 in Manchester geboren, ist Literaturwissenschaftler, Publizist und Übersetzer und lebt seit 23 Jahren in Bremen. Er ist Kultur- und Friedenspreisträger der Villa Ichon 2003.

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Veranstaltungsort

Bildungswerk Bremen, Martinistr. 25, 28195 Bremen

Referenten

  • Dr. Martin Rooney
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    Reinhard Wessel

    Reinhard Wessel bild

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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