Zwei Jahre Große Koalition

Ausgabe 454 | 4. September 2007

Auf die erste Hälfte der Legislaturperiode Schwarz-Rot richtet die Politische Meinung ihren Fokus im September. Volker Kauder bilanziert die „Rückkehr der Verlässlichkeit in die Politik“ und ermutigt, an die Ergebnisse auch in den kommenden beiden Jahren anzuknüpfen. „Neue Akzente“ und konkrete Erfolge in Familienpolitik und Integrationspolitik legt Armin Laschet in seinem Beitrag dar. Roland Tichy analysiert die Ursachen der neoliberalen Legitimationskrise – „Aufschwung ohne Zustimmung“ - und moniert das mangelnde Konzept der Union für eine neue Sozialpolitik. Das für Große Koalitionen charakteristische Pendeln der Fraktionen zwischen Kompromiss und Kraftprobe beschreibt Thomas Habicht treffend unter dem Titel „Konfrontation oder Kooperation“? Ob für die SPD ein Linksbündnis in Frage kommt erläutert Norbert Seitz und das Engagement der Bundesregierung zur Stärkung von Bildung und Forschung in Deutschland erläutert Thomas Rachel.In der Rubrik „Jahr der Geisteswissenschaften“ heben Annette Schavan, Wolfgang Frühwald und Wolfgang Bergsdorf den Wert geisteswissenschaftlicher Disziplinen im Blick auf kulturelle Reflexion und Orientierung und als besondere Blüte Europas hervor. Dennoch sind die Geisteswissenschaften überproportional von Kürzungen betroffen, ihr gesellschaftlicher Wert wird deutlich unterschätzt. Eine Sprachglosse von Helmut Berschin setzt sich mit der Wendung „auf Augenhöhe“ auseinander, die Gleichheit simuliert, wo de facto Ungleichheit besteht.Besondere Würdigung gilt Helmut Kohl 25 Jahre nach seiner Wahl zum Bundeskanzler am 1. Oktober 1982 – „ein Kanzlerporträt“ von Horst Möller. Ein Literaturporträt zeichnet Oliver Ruf für Petra Morsbach - „die Einsichtige“, die im Juni 2007 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhielt. Würdigungen gelten außerdem dem französischen Philosophen und Soziologen Raymond Aron, der im Zeitalter nationalsozialistischer und sowjetischer Extreme die Freiheit verteidigte, sowie Pater Alfred Delp, der sich im Kreisauer Kreis vor allem für die unveräußerlichen Grund- und Menschenrechte einsetzte.

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Inhalt

  • Aktuelles intern

    von Walter Bajohr

  • Die Einsichtige

    Mit ihrem Schreiben fordert Petra Morsbach Einsicht in einen verantwortlichen Umgang mit Sprache und Freiheit. Im Juni 2007 erhielt die Schriftstellerin den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

    von Oliver Ruf

  • Inhalt

  • Konfrontation oder Kooperation?

    Manch ein Abgeordneter sehnt das vorzeitige Ende der großkoalitionären Knechtschaft herbei. Ein Machtwechsel via Misstrauensvotum oder Vertrauensfrage scheint unrealistisch, ein Pendeln zwischen Kompromiss und Kraftprobe hingegen absehbar.

    von Thomas Habicht

  • Mehr Geld für die Geisteswissenschaften

    Überproportional sind geisteswissenschaftliche Disziplinen von Kürzungen betroffen, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hingegen werden bezuschusst. Vor allem der Wert vieler kleiner Fächer wird deutlich unterschätzt.

    von Wolfgang Bergsdorf

  • Geisteswissenschaften in der Bewährung

    Jeder Fortschritt in den Naturwissenschaften wird mehr und mehr der geisteswissenschaftlichen Betrachtung bedürfen. Denn diese trägt dazu bei, die Erfolge der „harten Wissenschaften“ in einem überlieferten Wertegerüst zu reflektieren.

    von Annette Schavan

  • Wahlkampf in Washington

    Carl Bernstein: Hillary Clinton. Die Mcht einer Frau / Jeff Gerth, Don Van Netta Jr.: Her Way. The Hopes and Ambitions of Hillary Rodham Clinton / Barrack Obama: Hoffnung wagen. Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream

    von Alexander Rometsch

  • Freies, selbstbestimmtes Denken

    Die Blüte der Geisteswissenschaften in Europa entfaltet sich in einer Vielzahl neuer Theoriekonzepte, zum Beispiel „kulturelles Gedächtnis“ oder „iconic turn“. Hier liegt der Ansatz eines neuen Typus von „Universität“ – jenseits vom reinen Nutzenkalkül des Marktes.

    von Wolfgang Frühwald

  • Raymond Aron und die Verteidigung der Freiheit

    Aus Parallelen zwischen nationalsozialistischem und sowjetischem Totalitarismus schöpfte er seine Resistenz gegenüber Ideologien. Im Zeitalter der Extreme hielt er politisch liberal die Mitte.

    von Matthias Oppermann

  • "auf Augenhöhe"

    Der Wortschatz der Gegenwart bildet Kompensationsformeln aus, die Gleichheit simulieren, wo faktisch „unter Ungleichen“ verhandelt wird.

    von Helmut Berschin

  • Mord als Mission

    Hans Magnus Enzensberger: SchreckensMänner. Versuch über den radikalen Verlierer / Wilhelm Dietl, Kai Hirschmann, Rolf Tophoven: Das Terrorismus-Lexikon

    von Manfred Funke

  • Die Rückkehr der Verlässlichkeit in der Politik

    Mit zahlreichen Reformen hat sich die Regierung für einen finanzierbaren Sozialstaat eingesetzt. Die bisherigen Ergebnisse machen Mut, sind aber auch Mahnung, in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode nicht nachzulassen.

    von Volker Kauder

  • Spaltung von links

    Die Einschätzungen zur Option eines Linksbündnisses der SPD gehen von politischer Unvereinbarkeit, offenen Bündnischancen oder von einer Neuformation in Opposition aus. Würde die SPD ernsthaft über ein Bündnis mit Links nachdenken, dürfte sie ihr Waterloo in der Mitte erleben.

    von Norbert Seitz

  • Widerstand im Glauben

    Im Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke kann der Jesuit Alfred Delp zu denen gerechnet werden, die in den unveräußerlichen Grund- und Menschenrechten die Grundlage für ein Deutschland nach der NS-Zeit gesehen haben. Eine Würdigung zum 100. Geburtstag am 15. September 2007.

    von Günter Brakelmann

  • Editorial

    von Stephan Eisel

  • Aufschwung ohne Zustimmung

    Die wirtschaftliche Erholung hat längst nicht Breite und Höhe früherer Wachstumsphasen und geht an der Mittelschicht vorbei. Mit einer neuen Sozialpolitik gilt es angemessen auf Problemfelder zu reagieren.

    von Roland Tichy

  • Leiden an Deutschland

    Kornélia Papp: Deutschland von innen und außen. Die Tagebücher von Victor Klemperer und Thomas Mann zwischen 1933 und 1945

    von Horst Schmidt

  • Neue Akzente

    Dem sich abzeichnenden gesellschaftspolitischen Klimawandel trägt die Bundesregierung Rechnung: Zu den konkreten Erfolgen zählen die Umsetzung des Nationalen Integrationsplans, die Einführung von Sprachtests für Kinder und die Einrichtung des Elterngeldes.

    von Armin Laschet

  • Politische Konvertiten

    Jonathan Wright: Gustav Stresemann / Christoph Meyer: Herbert Wehner

    von Giselher Schmidt

  • Bildung stärken

    Mit der Investition von zusätzlichen sechs Millionen Euro für Forschung und Entwicklung hat die Bundesregierung ein klares Signal gesetzt. Keine der Vorgängerregierungen hat je derartige Anstrengungen zur Stärkung des Forschungs- und Innovationsstandortes Deutschland unternommen.

    von Thomas Rachel

  • Helmut Kohl - ein Kanzlerporträt

    Die Verbindung von Ost- und Westpolitik zu einer Synthese und somit die Wegbereitung für die deutsch-deutsche Wiedervereinigung zählt zu den größten staatsmännischen Leistungen der neueren deutschen und europäischen Geschichte. Eine Würdigung Helmut Kohls 25 Jahre nach seiner Wahl zum Bundeskanzler am 1. Oktober 1982.

    von Horst Möller

Über diese Reihe

Die Politische Meinung präsentiert sich seit 2013 „generalüberholt“ ihren Lesern: Das neue, ästhetisch anspruchsvolle Layout bietet ein klares und aufgelockertes Schriftbild, die Themenschwerpunkte werden facettenreicher und von Bildstrecken begleitet. Eine veränderte Erscheinungsweise von sechs Doppelausgaben jährlich mit jetzt 128 Seiten gibt dieser Fortentwicklung einen neuen Rahmen.

 

Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik.

BESTELLINFORMATIONEN

Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

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Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

Herausgeber

Wolfgang Bergsdorf, Hans-Gert Pöttering, Bernhard Vogel

ISBN

0032-3446