Robert Schuman

1886-1963, Frankreich

Robert Schuman ist einer der Gründungsväter des europäischen Einigungswerkes. Er schlug im Mai 1950 mit dem sog. „Schuman-Plan“ die Errichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor. Zeitlebens setzte er sich für die deutsch-französische Verständigung und für Frieden und Sicherheit in Europa ein. Geboren in Lothringen wurde Schuman 1919 zunächst Abgeordneter im französischen Parlament. Er engagierte sich in der Résistance. 1940 wurde er von der Gestapo verhaftet, 1942 konnte er fliehen. 1944 beteiligte er sich an der Gründung des Mouvement Républicain Populaire (MRP). Von 1946 bis 1962 war er Abgeordneter der französischen Nationalversammlung. In dieser Zeit bekleidete er mehrere Ministerämter (1946 Finanzminister, 1948 bis 1952 Außenminister, 1955 bis 1956 Justizminister) und 1947/1948 war er für acht Monate Ministerpräsident. 1958 wurde er zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der EGKS gewählt. 1960 trat er zurück und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Für seine Verdienste um die Einheit Europas erhielt er 1958 den Internationalen Karlspreis.