Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)

Nach Kriegsende 1945 führten die Bemühungen um eine christlich-demokratische Parteigründung in Oberbaden und am Hochrhein auf Initiative Freiburger Gründer unter der Führung von Leo Wohleb zur Konstituierung der BCSV am 16. Dezember 1945 (zugelassen durch die französische Militärregierung am 8. Februar 1946). Ihre Anhänger, die sich in die Tradition von Zentrum und Christlich-Sozialem Volksdienst stellten, konnten sich jedoch nur auf der 1. Landesdelegiertentagung am 24. Februar 1946 im Historischen Kaufhaus am Freiburger Münsterplatz gegen die südbadische CDU- und CSU-Gründergruppen behaupten. Bereits die Delegierten der 2. Landestagung (18.-20. April 1947) entschieden sich mit großer Mehrheit für die Umbenennung in CDU Badens. Nachfolger des zum Staats- und Ministerpräsidenten gewählten Wohleb wurde im Parteivorsitz der Freiburger Mitgründer Anton Dichtel. Das Parteiprogramm orientierte sich an der christlichen Soziallehre, an ordoliberalem Gedankengut sowie am föderalistischen Prinzip und vertrat die Zusammengehörigkeit des badischen Landes. Die Regierungspolitik konzentrierte sich auf die Wiederherstellung der christlichen Schule, die Selbstverwaltung der Wirtschaft und die gleichberechtigte Mitbestimmung der Arbeitnehmer sowie auf die Bodenreformfrage. Als Parteizeitung erschien zwischen 24. August 1946 und 28. Oktober 1949 die „Südwestdeutsche Volkszeitung“. In der 1. Landtagswahl am 18. Mai 1947 errang die Partei die absolute Mehrheit (56%). Die Parteigeschichte reicht bis zum Scheitern der „badischen Traditionslösung“ nach Gründung des Südweststaats 1952.

Literatur

P. Fässler: Baden, christlich und sozial. Zur Geschichte der BCSV/CDU im französisch besetzten Land Baden 1945-1952 (1995).

Hans-Otto Kleinmann