Deutsche Partei (DP)

1945 als Niedersächsische Landespartei (NLP) in der Tradition der früheren Deutsch-Hannoverschen Partei gegründet, wurde 1947 die Bezeichnung DP angenommen. Prägend waren Bekenntnis zum Föderalismus, strikter Antisozialismus und klares Ablehnen der Entnazifizierung. Die Partei kooperierte mit Rechtsgruppen, in denen sich frühere Deutschnationale, aber auch Nationalsozialisten zusammengeschlossen hatten und scheute auch vor engen Kontakten zur extremen Sozialistischen Reichspartei (SRP) nicht zurück. Die DP war vor allem in Norddeutschland erfolgreich. Sie beteiligte sich an den Regierungen von Hannover (1946) Niedersachsen (1946-1948, 1955-1959), Schleswig-Holstein (1950-1952) und Hamburg (1953-1957). Zudem war sie in der Bremer Bürgerschaft vertreten. In Niedersachsen war die DP zeitweilig mit der CDU in der Niederdeutschen Union vereint (Föderalistische Union). 1955-1959 stellte die DP mit ihrem Vorsitzenden Heinrich Hellwege den Niedersächsischen Ministerpräsidenten. Neben ihm traten Hans-Joachim von Merkatz, Herbert Schneider (Bremerhaven) und Hans-Christoph Seebohm hervor.

Bei der 1. Bundestagswahl 1949 erreichte sie 4% der Stimmen. Konrad Adenauer gelang es, persönliche Karrierewünsche und Eitelkeiten auszunutzen und die DP in seine Koalitionen einzubinden. Bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957 erzielte die DP 3,3 bzw. 3,4% der Stimmen, was durch einige Direktmandate zum Einzug ins Parlament genügte. Mit fortschreitender Integration früherer Antidemokraten in die Gesellschaft verlor die DP ihre Basis. 1957 fusionierte sie mit der FDP-Abspaltung Freie Volkspartei. Mitte 1960 traten die Bundesminister und die Mehrzahl der Abgeordneten zur CDU über. Die DP schloss sich im Jahr darauf mit dem Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) zur Gesamtdeutschen Partei zusammen, die jedoch scheiterte. Die Reste der DP fanden mehrheitlich zur CDU, teilweise zur FDP, aber auch zur NPD. Als Traditionsgruppe existiert die DP noch heute.

Literatur

Ingo Nathusius