Partei Bibeltreuer Christen (PBC)

Als nach dem Regierungswechsel 1982 die von christlichen Kreisen erwartete geistig-moralische Wende nicht eintrat und vor allem die Reformen des § 218 StGB nicht rückgängig gemacht wurden, kam es verstärkt zu Bestrebungen, christliche Moralvorstellungen in einer eigenen Partei ein Forum zu schaffen. Gegründet wurde die PBC am 22. November 1989 in Karlsruhe von engagierten Christen. Die interkonfessionell ausgerichtete PBC tritt ein für eine „gesellschaftliche Wende durch Besinnung auf bewährte biblische Grundsätze“. Der Kampf gegen den Schwangerschaftsabbruch ist eine der zentralen Positionen der PBC. Den etablierten christlichen Parteien gegenüber vertritt die PBC überwiegend christlich-fundamentalistische Werte. So ist die PBC der Ansicht, dass der Staat sich dem religiösen Gesetz des Alten und Neuen Testamentes unterzuordnen habe. Die guten Beziehungen zu Israel, die sie anstrebt, werden vornehmlich biblisch begründet und mit der Forderung verbunden, keine Waffen an die arabischen Feinde Israels zu liefern und den Antisemitismus zu bekämpfen. Bei Wahlen auf Bundes- und Landesebene kam die PBC nie über den Status einer Splitterpartei hinaus. Nur in Hessen erzielte sie auf kommunaler Ebene einige bescheidene Erfolge, die sich im Einzug der Partei in einzelne Rathäuser widerspiegelten. Im Durchschnitt erreichte die Partei etwa 0,1% Stimmenanteil. Sie hat ca. 4.000 Mitglieder, unterhält in allen Ländern Landesverbände und hat eine eigene Jugendorganisation namens JuBis (Junge Bibeltreue Christen). Ihre offizielle Zeitschrift „Salz und Licht“ erscheint vierteljährlich seit 1990.

Michael Hansmann / Denise Lindsay

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