Adolf Cillien

Theologe, Oberkirchenrat, Landesvorsitzender der CDU 23. April 1893 Volksberg/Elsass-Lothringen 29. April 1960 Hannover
von Christine Blumenberg-Lampe

Cillien trat erst nach 1945, mit über 50 Jahren, in die Politik ein. Es war ihm ein Anliegen, die konfessionelle Spaltung im politischen Leben zu überwinden. Wie seine Frau Alexis war er Mitgründer der CDU in Hannover. Als Vorsitzender der CDU in Niedersachsen gelang es ihm, das Vertrauen der Landesverbände Hannover, Braunschweig und Oldenburg zu gewinnen. Als Mann des Ausgleichs hat er wesentlichen Anteil an der schwierigen Festigung der Landespartei. Sein Hauptziel, DP und CDU zu vereinigen, hat er nicht mehr erlebt. Cillien gründete den EAK mit. Zusammen mit Gerhard Schröder gab er die „Evangelische Verantwortung“ heraus. Cillien verlieh den Protestanten Gewicht und Stimme in der CDU. Die Wahl von Hermann Ehlers zum Bundestagspräsidenten unterstützte er ebenso wie die von Ludwig Erhard zum Vizekanzler. Für Heinrich Krone war er in der Fraktionsführung eine starke Stütze, für Konrad Adenauer ein geschätzter Freund und Ratgeber.

Lebenslauf

  • Theologiestudium
  • 1914–1918 Kriegsdienst
  • 1920–1937 Pastor vorwiegend in Arbeiterwohnvierteln
  • 1933–1937 gleichzeitig Superintendent
  • 1937–1953 Oberkirchenrat, Leiter des Amtes für Gemeindedienst
  • 1945 CDU
  • 1946–1951 MdL Niedersachsen
  • 1947–1951 Fraktionsvorsitzender
  • 1949–1960 Vorsitzender der CDU Niedersachsen
  • 1953–1960 MdB, stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Literatur

  • A. Fratzscher, in: Christliche Demokraten der ersten Stunde (1966)