Alois Hundhammer

Landtagspräsident, Minister Dr. phil., Dr. oec. publ. 25. Februar 1900 Moos/Erding 1. August 1974
von Thomas Schlemmer

Hundhammer, der dem katholisch-bäuerlichen Milieu Altbayerns entstammte, engagierte sich nach 1918 in der BVP. Im Juni 1933 wurde er von den Nationalsozialisten im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung war er zunächst arbeitslos, dann übernahm er eine Schuhreparaturwerkstätte. 1945 gehörte Hundhammer zu den Mitgründern der CSU in München. Als einer der wichtigsten Gegenspieler Josef Müllers wurde er zur Symbolfigur des katholisch-konservativen, bayerisch-traditionalistischen Flügels der CSU. Seine Hausmacht war der Bezirksverband Oberbayern, den er mit einer kurzen Unterbrechung von 1946–1970 führte. Als Vorsitzender der CSU-Fraktion in der Verfassunggebenden Landesversammlung war er führend an der Ausarbeitung der bayerischen Verfassung beteiligt, als Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion gehörte er zu den einflussreichsten Politikern Bayerns. Hundhammer war einer der umstrittensten bayerischen Politiker, wobei vor allem die katholisch-konservative Schul- und Kulturpolitik, für die er als Kultusminister stand, das Bild der Zeitgenossen und der Nachwelt bestimmte. Seine Arbeit als Landwirtschaftsminister ist dagegen fast vergessen. In dieser Funktion setzte sich Hundhammer vor allem für die Stabilisierung der von bäuerlichen Familienbetrieben geprägten Agrarstruktur Bayerns ein.

Bestand: ACSP.

Lebenslauf

  • 1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg, Studium der Geschichte, Philosophie, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften in München und Budapest
  • 1927–1933 stellvertretender Generalsekretär der Bayerischen Christlichen Bauernvereine
  • 1932-33 MdL (BVP)
  • 1939–1945 Teilnahme am 2. Weltkrieg
  • 1946 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung (CSU) und Vorsitzender der CSU-Fraktion
  • 1946–1970 MdL und 1946–1951 Vorsitzender der CSU-Fraktion
  • 1946–1950 Staatsminister für Unterricht und Kultus
  • 1951–1954 Präsident des Bayerischen Landtags
  • 1957–1969 Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • 1964–1969 stellvertretender Ministerpräsident.

Veröffentlichungen

  • Mein Beitrag zur bayerischen Politik (1965)

Literatur

  • B. Zittel, in: ZGiLB 5 (1982); W. Müller: Schulpolitik in Bayern (1995)