Bernhard Letterhaus

Verbandssekretär 10. Juli 1894 Barmen (heute Wuppertal) 14. November 1944 Berlin
von Jürgen Aretz

Letterhaus gehörte zu den herausragenden Köpfen des christlichen Politiklagers der Weimarer Republik. Galt seine Gegnerschaft zunächst den Kommunisten, so erkannte er früher als die meisten Demokraten die Gefahr der aufkommenden Nationalsozialisten und griff sie mit äußerster Schärfe an. Nach der Machtergreifung forderte Letterhaus innerkirchlich eine offensivere Ablehnung des Regimes durch die Kirchenführung. Dessen Zwangsmaßnahmen schränkten die Möglichkeiten der katholischen Arbeitervereine immer mehr ein; dennoch setzte Letterhaus seine Arbeit bis zur Einberufung 1939 fort. Gesinnungsfreunde aus dem Widerstand ermöglichten ihm 1942 die Versetzung in das Oberkommando der Wehrmacht und damit die Nähe zu Graf Stauffenberg. Nach dem Umsturz sollte Letterhaus eine führende Rolle übernehmen. Am 25. Juli 1944 verhaftet, wurde er am 13. November 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am Tag darauf in Plötzensee hingerichtet. Heinrich Brüning sah in seinem Tod einen unersetzbaren Verlust für das politische Nachkriegsdeutschland.

Lebenslauf

  • Volksschule, Bandwirker
  • 1914–1918 Kriegsdienst
  • nach Kriegsende hauptberuflich für die Zentrumspartei tätig
  • 1920 Zentralverband christlicher Textilarbeiter in Düsseldorf
  • 1927 Verbandssekretär des Verbandes der katholischen Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands in Mönchengladbach, später Köln
  • 1928–1933 MdL Preußen (Zentrum)
  • 1930 Vizepräsident des Deutschen Katholikentages in Münster/Westfalen
  • 1939 Einberufung zur Wehrmacht, Einsatz an der Ostfront
  • 1942 als Hauptmann beim Oberkommando der Wehrmacht, enge Verbindung zu Widerstandskreisen
  • 14.11.1944 hingerichtet nach Prozess vor dem Volksgerichtshof

Literatur

  • J. Aretz, Bernhard Letterhaus, in: ZGiLB 2 (1975)
  • Ders., Katholischer Arbeiterwiderstand: Bernhard Letterhaus, in: G. Buchstab/K. Gotto (Hg.), Die Gründung der Union (2. Auflage, 1990)
  • V. Bücker, in: K.-J. Hummel/C. Strohm (Hg.), Zeugen einer besseren Welt (2000)