Bruno Merk

Jurist, Minister Dr. jur. 15. April 1922 Großkötz/Landkreis Günzburg 12. März 2013 Günzburg
von Karl-Ulrich Gelberg

Seine folgenreichste Leistung als Innenminister war die Gebietsreform in Bayern (1971–1976), die er gegen erhebliche Widerstände, auch des CSU-Landesvorsitzenden Franz Josef Strauß, durchsetzte. Nach dem Überfall arabischer Terroristen am 5. September 1972 auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele in München leitete Merk den Polizeieinsatz, der mit dem Tod der Geiseln endete. In der Endphase seiner Amtszeit kam mit dem Polizeiorganisationsgesetz 1976 die Verstaatlichung der bayerischen Polizei zum Abschluss. Merk war einer der schärfsten Kritiker des Kreuther Beschlusses der CSU-Bundestagsfraktion (19. November 1976), die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Deutschen Bundestag aufzukündigen. Als sich andeutete, dass Strauß nach der Landtagswahl 1978 das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten übernehmen würde, schied Merk vorzeitig aus dem Kabinett aus. 1977–1986 war er Geschäftsführender Präsident des Bayerischen Sparkassen- und Giroverbandes, 1985–1990 Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes und in dieser Funktion von 1986–1991 auch Mitglied des Bayerischen Senats.

Bestand: Bayerisches HStA München.

Lebenslauf

  • 1940 nach dem Abitur Eintritt in das Noviziat der Pallotiner
  • 1941–1945 Kriegsdienst
  • seit 1947 Sachbearbeiter bei der Stadt Günzburg
  • 1952–1955 Jurastudium in München
  • 1958 Regierungsrat im Bayerischen Innenministerium
  • 1946 CSU
  • 1952 Stadtrat Günzburg
  • 1960–1966 Landrat des Landkreises Günzburg
  • 1958–1977 MdL Bayern
  • 1959–1966 stellvertretender Fraktionsvorsitzender
  • 1963–1968 Mitglied des geschäftsführenden
  • 1962–1979 des CSU-Landesvorstands
  • 1973–1977 Vorsitzender des CSU-Bezirksverbands Schwaben
  • 1966–1977 Staatsminister des Innern.

Veröffentlichungen

  • Klarstellungen (1996)
  • Politik aus Bayerisch-Schwaben. Autobiographische Vorträge 1983–1988 (1989)

Literatur

  • H. Schmöger: Der Bayerische Senat. Biographisch-statistisches Handbuch 1947–1997 (1998)