Carl Ulitzka

Pfarrer, Zentrumspolitiker, Reichstagsabgeordneter 24. September 1873 Jernau/Kreis Leobschütz 12. Oktober 1953 Berlin-Friedrichshagen
von Guido Hitze

Als führender politischer Kopf der deutschen Bevölkerung in Oberschlesien hat Ulitzka die Geschichte seiner Heimat wie des gesamten ostdeutschen politischen Katholizismus in der Weimarer Republik entscheidend geprägt. Er wurde dem „linken“ Zentrumsflügel zugeordnet, vertrat auf kulturpolitischem Gebiet jedoch eher konservative Positionen. Auf Reichsebene machte er sich in der Außenpolitik einen Namen. Als einer der „Zentrumsprälaten“ war Ulitzka 1928 als Nachfolger des Parteivorsitzenden Wilhelm Marx im Gespräch, kandidierte jedoch nicht gegen Ludwig Kaas. 1945 überwand Ulitzka seinen konfessionell bestimmten Politikansatz und trat in Berlin der CDU bei, ohne als Geistlicher nochmals Ämter oder Mandate anzustreben.

Lebenslauf

  • 1893–1896 Theologiestudium in Breslau und Graz
  • 1897–1901 Kaplan in Kreuzburg/Oberschlesien
  • 1901–1910 Pfarradministrator in Bernau/Berlin
  • ab 1910 Pfarrer in Ratibor-Altendorf
  • 1910 Zentrum, ab Dez. 1918 Vorsitzender der Katholischen Volkspartei in Oberschlesien
  • 1919-20 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung
  • 1920–1933 Mitglied des Reichstages
  • 1922–1933 Mitglied des Provinziallandtags
  • 1922–1933 Vorsitzender des oberschlesischen Provinzialausschusses
  • 1922–1924 amtierender Landeshauptmann der Provinz Oberschlesien
  • 1920–1933 im Reichsparteivorstand des Zentrums
  • 1924–1933 im Vorstand der Reichstagsfraktion
  • 1922–1928 stellvertretender
  • 1929/30 erster außenpolitischer Sprecher
  • Juli 1939 Verbannung aus der Provinz Schlesien, ab November 1939 Krankenhausseelsorger in Berlin
  • Oktober 1944 Verhaftung im Zusammenhang mit dem 20.07.
  • 1944-45 KZ-Haft in Dachau
  • 1945 im Gründerkreis der CDU in Berlin.

Literatur

  • G. Hitze: Carl Ulitzka oder Oberschlesien zwischen den Weltkriegen (1999)