Friedrich Wilhelm von Prittwitz und Gaffron

Jurist, Botschafter Dr. jur., Dr. h. c. mult. 1. September 1884 Stuttgart 1. September 1955 Tutzing

Prittwitz war vergleichsweise jung von Gustav Stresemann als Botschafter benannt worden. In den USA hatte er trotz schwieriger Voraussetzungen hervorragend gewirkt, bevor er im März 1933 als einziger ranghoher deutscher Diplomat seinen Posten zur Verfügung stellte. Er wählte aber nicht das Exil, sondern kehrte nach Deutschland zurück. Seine Abneigung gegen die Nationalsozialisten verhehlte er nicht, bekämpfte sie aber auch nicht aktiv. Von Widerstandsgruppen 1940 zur Mitwirkung aufgefordert, stellte Prittwitz enttäuscht fest, dass deren Pläne „naiv und unverdaut“ waren. In der CSU vertrat er deren protestantisch-liberalen, weltoffenen Flügel. 1951, nach der Wahl des Prälaten Georg Meixner zum Fraktionsvorsitzenden, legte er sein Amt als Stellvertreter nieder. Er blieb seiner demokratischen und liberalen Gesinnung immer treu.

Michael Wala

Lebenslauf

  • 1902–1906 Jurastudium in Bonn und Berlin
  • 1906–1908 Referendar
  • 1907 Leutnant d. R., Promotion in Leipzig
  • 1908 Eintritt in den diplomatischen Dienst
  • 1908–1910 Attaché Botschaft Washington
  • 1910 Auswärtiges Amt
  • 1911 Botschaft Sankt Petersburg
  • 1914 an der Ostfront verwundet und ins Auswärtige Amt abkommandiert
  • 1918 Adjutant des Reichskanzlers Prinz Max von Baden
  • 1920 Konsul in Triest
  • 1921 Botschaftsrat in Rom
  • 1927 Botschafter in Washington
  • März 1933 auf eigenen Antrag von seinem Posten enthoben
  • 1945 Mitgründer der CSU
  • 1946–1954 MdL Bayern
  • 1949–1951 stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion.

Veröffentlichungen

  • Zwischen Petersburg und Washington (1952)

Literatur

  • M. Wala: Weimar und Amerika (2001)