Fritz Burgbacher

Wirtschafts- und Steuerberater, Bundesschatzmeister der CDU, Honorarprofessor Dr. 1. September 1900 Mainz 29. Juli 1978 Köln
von Günter Buchstab

Burgbacher, seit 1929 Vorstandsmitglied der RHENAG, war einer der führenden deutschen Energiewirtschaftler. An der Universität Köln behandelte er als Honorarprofessor seit 1943 Energiewirtschaft und – als Europapolitiker – ab 1960 auch Fragen der europäischen Integration. Als Bundesschatzmeister der CDU, der er 1948 beigetreten war, erneuerte er nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1958 die finanzielle Basis für die Arbeit der Partei. Im Deutschen Bundestag, im Europaparlament und in der Nordatlantischen Versammlung trat er für die Integration von Sozial- und Wirtschaftspolitik ein. Die Vermögenspolitik der CDU hat er mitgeprägt: Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Eigentum“ der CDU/CSU-Fraktion war er maßgeblich beteiligt an der Privatisierung von Bundesvermögen. Mit seinem vermögenspolitischen Konzept, dem sogenannten „Burgbacher-Plan“ von 1969, entschied sich die CDU für einen gesetzlichen Investivlohn, scheiterte aber an den Mehrheitsverhältnissen im Parlament.

Lebenslauf

  • Studium der Volkswirtschaft und der Staatswissenschaften in Frankfurt/Main
  • seit 1921 als Geschäftsführer, Syndikus sowie Wirtschafts- und Steuerberater tätig
  • 1928–1931 MdL Hessen (Zentrum)
  • 1933/34 Stadtverordneter in Köln
  • 1948 CDU
  • 1952–1967 Landesschatzmeister der CDU Rheinland
  • 1960–1967 Bundesschatzmeister der CDU
  • 1957–1976 MdB
  • 1958–1977 Mitglied des Europäischen Parlaments (1973–1976 Vizepräsident, 1958–1967 Vorsitzender des Energieausschusses)
  • 1967–1969 Mitglied der Nordatlantischen Versammlung (Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses)

Veröffentlichungen

  • Gedanken zu unserer Zeit, 5 Bde. (1957–1976)

Literatur

  • G. Buchstab, in: HPM 7 (2000)
  • Ders., in: ZGILB 10 (2001)

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