Gerd Gies

Tierarzt, Ministerpräsident Dr. med. vet. 24. Mai 1943 Stendal/Altmark
von Ralf Thomas Baus

Nach Eintritt in die CDU der DDR 1970 übernahm Gies für kurze Zeit den Vorsitz des Kreisverbands Osterburg. Seit 1987 übte er diese Funktion im Kreisverband Stendal aus. Im Kreis Osterburg bekleidete Gies von 1978–1981 das Amt des Präses der Kreissynode. Seit 1983 war er Mitglied des Leitungskreises des Evangelischen Kirchentages der Kirchenprovinz Sachsen. Am 18. März 1990 wurde Gies bei den ersten freien Wahlen in der DDR in die Volkskammer gewählt. Zu den Landtagswahlen am 14. Oktober 1990 trat Gies, der Anfang März 1990 zum Landesvorsitzenden der CDU in Sachsen-Anhalt gewählt worden war, als Spitzenkandidat an. Obwohl Gies als „unbeschriebenes Blatt“ galt und im Lande nur wenig bekannt war, erreichte die CDU unter seiner Führung 39%. Die SPD gewann mit ihrem Gegenkandidaten Reinhard Höppner 26%. Gies bildete eine Koalition mit der FDP, die 13,5% der Stimmen erhalten hatte. In den folgenden Monaten gewann er als Ministerpräsident kaum Profil. Mangels ausreichenden Rückhalts in der CDU-Fraktion trat er schließlich am 2. Juli 1991 zurück. Danach wechselte er in die Energiewirtschaft und ist seit 2003 2. Vorsitzender im Bundesverband Neuer Energieanbieter.

Lebenslauf

  • 1949–1961 Besuch der Grund- und Oberschule
  • 1961–1963 Viehpfleger
  • 1963–1969 Studium der Veterinärmedizin an der Universität Leipzig
  • 1969 Promotion
  • 1970 Referent des Kreistierarztes in Osterburg
  • 1970–1984 Tierarzt in den Kreisen Osterburg und Stendal
  • 1984–1990 Obertierarzt im Stendaler Zweigbetrieb „Altmark“ des VEB Fleischkombinates Magdeburg
  • 1990-1998 MdL Sachsen-Anhalt
  • 1990-91 Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt und Ministerpräsident.

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