Heinrich Imbusch

Bergarbeiter, Gewerkschaftsführer 1. September 1878 Oberhausen 16. Januar 1945 Essen
von Brigitte Kaff

Imbusch arbeitete seit 1892 als Bergmann und war im Gewerkverein tätig für gewerkschaftliche Autonomie, Streikrecht, Überparteilichkeit und Interkonfessionalität. Seit 1905 beim Gewerkverein christlicher Bergarbeiter als Redakteur des „Bergknappen“ angestellt, bestimmte er Taktik und Programm des Gewerkvereins maßgeblich mit. Sein Ziel war die „materielle und geistige Hebung des Arbeiterstandes“, Gleichberechtigung der Arbeiter und soziale Gerechtigkeit. Die Forderungen der Bergleute vertrat er, auch gegen Regierungsmitglieder des Zentrums (Reichsknappschaftsgesetz 1923-1926) und vor allem gegen die Unternehmer, als sie Mitte der 1920er Jahre die sozialen Errungenschaften der Weimarer Verfassung einschränken wollten. Imbusch bejahte den „sozialen Volksstaat“, weil er der Arbeiterschaft mehr Aufstiegschancen bot. Von einer NSDAP-Regierung befürchtete er die Zerschlagung der Gewerkschaften und die Abschaffung sozialstaatlicher Leistungen. 1933 emigrierte Imbusch in das Saargebiet, wo er gegen den Anschluss an Hitler-Deutschland kämpfte. 1935 floh er nach Luxemburg, 1940 nach Belgien und Frankreich; 1937 wurde er ausgebürgert. Not leidend und ohne Aussicht auf Unterstützung kehrte er Anfang 1942 heimlich nach Essen zurück, wo er sich bei seiner Familie versteckt hielt.

Lebenslauf

  • 1919–1924 Stadtverordneter in Essen (Zentrum)
  • 1919–1933 Vorsitzender des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter
  • 1919-20 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung
  • 1920–1933 Mitglied des Reichstages
  • 1929–1933 Vorsitzender des DGB.

Veröffentlichungen

  • Arbeitsverhältnis und Arbeiter-Organisationen im deutschen Bergbau (1908, Nachdruck 1980)

Literatur

  • M. Schäfer: Heinrich Imbusch, Christlicher Gewerkschaftsführer und Widerstandskämpfer (1990)
  • Ders., in: ZGiLB 8 (1997)

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