Heinrich Weitz

Verwaltungsfachmann, Minister Dr. jur. 11. August 1890 Linnich/Kreis Jülich 30. Oktober 1962 Duisburg
von Brigitte Kaff

Weitz gelang es Mitte der 1920er Jahre, die Wohnungsnot in Duisburg durch den Bau preisgünstiger städtischer Siedlungen zu beheben. Als er Forderungen der französischen Besatzungsmacht nicht erfüllte, wurde er 1923 drei Monate inhaftiert. Ende 1933 als Oberbürgermeister von Trier abgesetzt, war er danach als Rechtsanwalt in Duisburg tätig. Als Finanzminister von Nordrhein-Westfalen setzte Weitz eine rigide Sparpolitik durch, um den durch die Kriegsfolgen – Wohnungsmangel, Demontage, Währungsreform – stark belasteten Haushalt zu konsolidieren. Bekannt wurde er durch seine öffentliche Kritik an den verschwenderischen Besatzungskosten. Als Präsident des DRK engagierte er sich dafür, das Schicksal vermisster Wehrmachtsangehöriger aufzuklären und Familien zusammenzuführen, indem er direkte Kontakte zu den Rotkreuzorganisationen in den Ostblockländern aufnahm. Weitz, ein exzellenter Verwaltungsjurist, von manchmal unbequemer Offenheit, fühlte sich stets dem Dienst für sein Vaterland, für Menschlichkeit und Frieden verpflichtet.

Lebenslauf

  • 1909–1912 Studium der Rechte und der Volkswirtschaft in Freiburg, München, Berlin und Bonn, im 1. Weltkrieg schwer verwundet
  • 1918 Stadtassessor von Aachen
  • 1920–1927 juristischer Beigeordneter in Duisburg
  • 1927–1933 Oberbürgermeister von Trier (Zentrum)
  • 1945 CDU
  • 1945–1947 Oberbürgermeister von Duisburg
  • 1946–1950 MdL Nordrhein-Westfalen
  • 1947–1951 Finanzminister
  • 1952–1961 Präsident des DRK
  • 1951–1958 Vorsteher des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes.

Veröffentlichungen

  • Plädoyer für die neue Städteordnung (1933/1947)

Literatur

  • M. Kanther, in: Geschichte im Westen 4 (1989)

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