Hellmuth Heye

Admiral, Schriftsteller, Wehrbeauftragter 9. August 1895 Beckingen/Saar 10. November 1970
von Tim B. Peters

Als Hellmuth Heye 1961 per Akklamation zum Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages gewählt wird, kann der ehemalige Admiral auf eine lange eigene Offizierslaufbahn zurückblicken, die noch in der Kaiserlichen Marine begonnen hat. 1953 zieht Heye für den Wahlkreis Wilhelmshaven in den Deutschen Bundestag ein, profiliert sich dort als Sicherheitspolitiker der Union und wirkt als Parlamentarier am Aufbau der Bundeswehr mit. Als Wehrbeauftragter äußert Heye deutliche Kritik an Fehlentwicklungen in den noch jungen Streitkräften. Nach mehreren Misshandlungsfällen und dem Tod eines Wehrpflichtigen des Fallschirmjäger-Standorts Nagold nach einem Fußmarsch („Nagold-Affäre“), warnt er im Wehrbericht 1963 vor einer mangelnden Umsetzung des Prinzips der „Inneren Führung“. Entsprechend den damaligen parlamentarischen Gepflogenheiten nimmt der Deutsche Bundestag Heyes Bericht ohne Aussprache zur Kenntnis. Enttäuscht über die mangelnde Unterstützung der Abgeordneten geht Heye daraufhin an die Öffentlichkeit. Unter dem Titel „In Sorge um die Bundeswehr“ veröffentlicht die Illustrierte „Quick“ mehrere Artikel, in denen Heye seine Einschätzungen wiederholt. Sein umstrittenes Vorgehen löst in Politik und Medien heftige Reaktionen aus, denen am 11. November 1964 Heyes Entlassung auf eigenen Wunsch folgt. Letztlich stärkt die durch Heye ausgelöste öffentliche Diskussion aber die Position des Wehrbeauftragten: 1965 wird dem Wehrbeauftragten ein Rederecht aufgrund parlamentarischen Verlangens in der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages eingeräumt.

Lebenslauf

  • 1914 Abitur
  • 1914–1918 Seeoffizier der Kaiserlichen Marine
  • 1919–1945 Offizierslaufbahn in der Reichsmarine bzw. Kriegsmarine
  • 1944 Ernennung zum Vizeadmiral
  • 1945–1946 britische Kriegsgefangenschaft
  • ab 1946 Tätigkeit als Schriftsteller
  • 1953 Eintritt in die CDU
  • 1953–1961 MdB
  • 1956–1958 Präsident des Deutschen Marinebundes
  • 1961–1964 Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages.