Herbert Gruhl

Landwirt, kaufmännischer Angestellter, Publizist Dr. phil. 22. Oktober 1921 Gnaschwitz 26. Juni 1993 Regensburg

Gruhls politisches Engagement und der Schwerpunkt seiner publizistischen Tätigkeit gelten dem Schutz des Menschen und der Natur. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen bilanzierte er das Verhältnis von Mensch und Umwelt, seine verheerenden Auswirkungen, und forderte eine radikale Umkehr. Sein wertkonservatives und ökologisches Politikverständnis machte es ihm schwer, sich in einer Partei beheimatet zu fühlen. Obwohl er sich schon Ende der 1970er Jahre als Umweltpolitiker in der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag profilierte, wurden die Differenzen mit der Partei bald so groß, dass er nach seinem Austritt 1978 eine eigene Partei (GAZ, später „Grüne Föderation“/„Bunte Liste“, später DIE GRÜNEN) mit dem Schwerpunkt Ökologie gründete und den Vorsitz übernahm. Doch auch bei den GRÜNEN stieß er als konsequenter Vertreter einer konservativen und naturbewahrenden Haltung auf Widerstand, so dass er 1981 auch diese Partei verließ und in Bayern die ÖDP gründete. Er erwies sich als unbequemer Vorsitzender, der u. a. aufgrund seiner Bindung zu anderen Parteien des rechten Spektrums in die Kritik geriet.

Christine Dzubiel

Lebenslauf

  • 1933–1940 Landwirt
  • 1947–1952 Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Berlin, Promotion
  • 1954 CDU
  • 1969–1980 MdB
  • Juli 1978 Austritt und Gründung der Partei „Grüne Aktion Zukunft" (GAZ)
  • Januar 1981 Austritt
  • Oktober 1981 Gründung der „Ökologisch-Demokratischen Partei" (ÖDP), seit März 1982 deren Vorsitzender
  • Februar 1989 Rücktritt als Vorsitzender
  • Dezember 1990 Austritt aus der ÖDP, danach schriftstellerisch tätig.

Veröffentlichungen

  • Ein Planet wird geplündert – Schreckensbilanz unserer Politik (1975)
  • Überleben ist alles (1987)