Klara Siebert (geb. Ritter)

Lehrerin, Reichstagsabgeordnete 2. August 1873 Schliengen 23. März 1963 Karlsruhe
von Angela Keller-Kühne

Nach der Einführung des Frauenwahlrechts 1919 wurde Klara Siebert, die aufgrund ihres Engagements in der katholischen Frauenbewegung und ihrer publizistischen Tätigkeit einen hohen Bekanntheitsgrad besaß, in den badischen Landtag gewählt. In dessen konstituierender Sitzung bekannte sie sich zur Wesensverschiedenheit der Geschlechter und machte klar, dass die in der Politik tätigen Frauen vor allem die „weiblichen Geistes- und Seelenwerte" in die Gesellschaft hineinzutragen hätten. Ihre Redebeiträge auf den Deutschen Katholikentagen waren in den 1920er und Anfang der 1930er Jahre richtungweisend für die religiöse und politische Standortbestimmung der katholischen Frauen. 1932 wurde Siebert Mitglied des Reichstages. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten beendete ihre politische Laufbahn. Sie zog sich ins Privatleben zurück und widmete sich ausschließlich kirchlich-karitativen Aufgaben im Diözesanverband der katholischen Mütterfürsorge und im Sozialdienst ihrer Karlsruher Pfarrgemeinde. Nach 1945 trat sie im Kampf um die Wiederherstellung des Landes Baden noch einmal an die Öffentlichkeit.

Bestand: Generallandesarchiv Karlsruhe

Lebenslauf

  • 1909 Mitbegründerin des Katholischen Frauenbundes Baden
  • 1909–1914 Schriftführerin
  • 1920–1933 Vorsitzende
  • 1917-18 Referentin für Arbeiterinnenfürsorge in der Frauenabteilung des XIV. Badischen Armeekorps
  • 1919–1933 MdL Baden (Zentrum)
  • 1932-33 Mitglied des Reichstages
  • 1944 Schutzhaft.

Literatur

  • L. Bopp: Klara Siebert – Versuch ihrer Lebensbeschreibung und der Würdigung ihrer Lebensleistung (1971)