Michael Glos

Unternehmer, Bundesminister, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag 14. Dezember 1944 Brünnau/Unterfranken

Seit 1976 vertritt Glos den Wahlkreis Schweinfurt als MdB. Als Finanz- und Wirtschaftsexperte widmete er sich vor allem Fragen der Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik sowie des Mittelstandes. 1980–1987 übernahm er den Vorsitz des Arbeitskreises „Finanzen und Haushalt" der CSU-Landesgruppe und 1987–1990 als finanz- und steuerpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion auch den Vorsitz von deren Arbeitsgruppe „Finanzen". 1991 zunächst stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für den Bereich Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr, Fremdenverkehr und Parlamentskreis Mittelstand, wählte ihn die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag 1993 zu ihrem Vorsitzenden und zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion. In dieser Funktion nahm er bis 1998 an allen wichtigen Koordinierungsrunden der Regierungskoalition teil und vermittelte zwischen den bayerischen und bundespolitischen Interessen und Anforderungen der CSU. Nach dem Regierungswechsel 1998 meldete er sich als führender Oppositionspolitiker der CSU zu den aktuellen bundespolitischen Themen zu Wort. In dem als „K-Frage“ bezeichneten machtpolitischen Ringen um die Nominierung des gemeinsamen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2002 zwischen den Vorsitzenden der Schwesterparteien CSU, Edmund Stoiber, und CDU, Angela Merkel (CDU) spielte er eine zentrale Rolle. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 und dem Verzicht Stoibers auf einen Wechsel nach Berlin berief ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel als Wirtschafts- und Technologieminister der Großen Koalition. Wegen seiner Amtsführung kritisiert baute er im Sommer 2006 sein Ministerium um und brachte als „Vertreter von Mittelstand und Verbrauchern“ eine Reihe von Reformen in Vorschlag. Als auch in der Folge die Kritik anhielt und sich in der Bewältigung der Finanzkrise des Jahres 2008 noch verstärkte, bat er im Februar 2009 um seine Entlassung. Er wurde 2009 erneut in den Bundestag gewählt und arbeitet seitdem vorrangig für seinen Wahlkreis.

Renate Höpfinger

Lebenslauf

  • 1960 Mittlere Reife
  • 1960–1963 Müllerlehre
  • 1967 Meisterprüfung
  • 1968 Übernahme des elterlichen Betriebes
  • 1970 CSU und JU
  • 1972–1978 Mitglied im Rat der Stadt Prichsenstadt
  • 1972–1978 Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Prichsenstadt
  • 1972–1993 Mitglied des Kreistages des Landkreises Kitzingen
  • 1975–1993 Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Kitzingen (seit 1997 Ehrenvorsitzender)
  • seit 1976 MdB
  • seit 1976 Mitglied im Vorstand des CSU-Bezirksverbandes Unterfranken
  • 1987–1990 finanz- und steuerpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • 1990–1992 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • seit 1993 Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes Unterfranken
  • seit 1993 Mitglied des Parteivorstandes der CSU
  • 1993–2009 Mitglied des Präsidiums der CSU
  • 1993–2005 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und 1. stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion
  • 2005–2009 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie.

Literatur

  • Hanns-Seidel-Stiftung (Hg.): Geschichte einer Volkspartei. 50 Jahre CSU 1945–1995 (1995)

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