Nikolaus Groß

Verbandsredakteur 30. September 1898 Niederwenigern (heute Hattingen) 23. Januar 1945 Berlin
von Jürgen Aretz

Antriebskraft und Grundlage für das Handeln von Groß war seine ausgeprägte religiöse Überzeugung. Politisch-folgerichtig bedeutete dies den Einsatz für die parlamentarische Demokratie, den Kampf für Arbeiterbildung und soziale Gerechtigkeit. Seine politische Heimat fand er im Zentrum und in der KAB. Nach der NS-Machtergreifung beteiligten sich Groß und seine Mitstreiter – im besonderen Bernhard Letterhaus, Otto Müller und Joseph Joos – an der Organisation eindrucksvoller religiöser Manifestationen, deren regimekritische Absichten von den Machthabern sehr wohl erkannt wurden: Die Immunisierung gegen den Nationalsozialismus war unter den katholischen Arbeitern in ungewöhnlich hohem Maße gelungen. Nach 1942 kam Groß über seinen Freund Letterhaus in Kontakt mit dem aktiven Widerstand. Dies führte nach dem 20. Juli 1944 zu seiner Verhaftung. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode. Am 23. Januar 1945 wurde der Vater von sieben Kindern in Plötzensee hingerichtet. Papst Johannes Paul II. hat Groß im Oktober 2001 selig gesprochen.

Lebenslauf

  • Bergmann, Mitglied der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in Deutschland (KAB) und der Zentrumspartei
  • seit 1920 Tätigkeit in den Christlichen Gewerkschaften, u. a. im Ruhrgebiet, in Schlesien und Sachsen
  • 1927 Wechsel in die Verbandszentrale der KAB in Mönchengladbach, später Köln
  • 1927 Hauptschriftleiter der „Westdeutschen Arbeiterzeitung“
  • 1938 nach deren Verbot in der Männerseelsorge tätig
  • 1945 als Widerstandskämpfer hingerichtet

Literatur

  • J. Aretz: Katholische Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus (1978)
  • Ders., in: ZGiLB 4 (1980)
  • Ders. (Hg.): Nikolaus Groß: Christ – Arbeiterführer – Widerstandkämpfer, Briefe aus dem Gefängnis (4. Auflage, 2009)