Thomas Eßer

Buchdrucker, Reichstagsvizepräsident 15. Mai 1870 Schwerfen/Euskirchen 29. November 1948

Eßers politische Karriere führte mit starker örtlicher Bindung über das Verbandswesen während der Weimarer Zeit in die Reichspolitik. Dort vertrat er geschickt rheinische Interessen und machte sich als Sozialpolitiker wie routinierter Parlamentarier einen Namen. Während der NS-Herrschaft stand er in Kontakt mit christlich-bürgerlichen Oppositionskreisen. Nach 1945 hatte er regional eine herausragende Rolle beim Wiederbeginn des demokratischen Lebens und beim Aufbau der CDU.

Reinhold Weitz

Lebenslauf

  • 1898–1932 Mitglied und Geschäftsführer des Rheinischen Handwerkerbundes
  • 1900–1933 Gründer und Leiter einer örtlichen Spar- und Kreditgenossenschaft
  • 1930–1933 Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinischen Genossenschaftsbanken
  • 1904 Mitgründer und Herausgeber der „Euskirchener Volkszeitung“
  • 1906 Mitglied des Reichstages (Zentrum)
  • 1914–1924 Beigeordneter der Stadt Euskirchen
  • 1919–1922 Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags
  • 1921–1933 Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Köln-Aachen
  • 1923 Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses im Deutschen Reichstag
  • 1926–1933 dessen Vizepräsident
  • 1929–1933 stellvertretender Vorsitzender der Reichstagsfraktion des Zentrums
  • 1930-31 deren geschäftsführender Fraktionsvorsitzender
  • 1933 Schutzhaft und Amtsenthebung
  • 1934 politischer Prozess wegen Wirtschaftsvergehens
  • 1934–1943 Autor von Heimatromanen
  • 1944 Inhaftierung im KZ Köln-Messelager
  • 1945–1947 Vorsitzender des Beratenden Ausschusses, Gründer der CDU und Bürgermeister in Euskirchen.

Literatur

  • R. K. Weitz: Thomas Eßer - ein Zentrumspolitiker und das Dritte Reich, in: Geschichte im Kreis Euskirchen 1 (1987)