Windthorstbunde

Der 1895 von Essen ausgehende Zusammenschluss lokaler Gruppen der „jungen Männerwelt“ des Zentrums formierte sich 1899 in Köln zum Verband der Windthorstbunde Deutschlands (Organ: „Windthorstblätter“). Den ersten Vorsitzenden Heinrich Fehrenberg löste 1904, nach der Verlegung der Geschäftsstelle nach Köln, Heinrich Schrömbgens ab. Dem ersten Generalsekretär Richard Leven folgten 1904 Heinrich Müser und 1906 Theodor Scharmitzel. 1906 zählte der Verband 7.100 Mitglieder mit den Schwerpunkten in den preußischen Westprovinzen. Der Verband löste sich während des 1. Weltkriegs auf. Er konstituierte sich 1921 in Fulda neu als Reichsverband der Windthorstbunde für 18- bis 25jährige Zentrumsanhänger, nunmehr auch Frauen (aktiv: Helene Weber). Den Vorsitz übernahm Anton Höfle (Mitglied des Reichstages), die Geschäftsführung Heinrich Vockel, 1924 Heinrich Krone, 1931 Gerhard Ziganke. 1926 erfolgte eine Umbenennung in Reichsverband der Deutschen Zentrumsjugend. Er vertrat eine betont republikanische Linie und betrieb weiterhin, seit 1925 unter dem Vorsitz von Joseph Joos, Nachwuchspflege und politische Bildung. 1925 bestanden 325 Bunde mit 6.000 Mitgliedern, die zunehmend stärker nach Mitsprache drängten. Die Monatsschrift „Das Junge Zentrum“ leitete Heinrich Krone. Durch engere Verbindung mit katholischen Jugendbünden wuchs die Zahl der Mitglieder bis 1932 auf 30.000. Seit 1931 stand Heinrich Krone als „Reichsbundesführer“ an der Spitze einer „Reichsführerschaft“. Die Nationalsozialisten erzwangen im Juli 1933 die Selbstauflösung des Bundes.

Literatur

W. Krabbe: Die gescheiterte Zukunft der Ersten Republik. Jugendorganisationen bürgerlicher Parteien im Weimarer Staat 1918–1933 (1995).

Rudolf Morsey