Veranstaltungsberichte

Aktuelle Herausforderungen für KKMU

von Deepica Sachdeva, Ann-Margret Bolmer
Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) organisierte die Handelskammer PHD (PHDCCI) eine zweitägige Konferenz zu Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (Micro, Small and Medium Enterprises (MSME)) unter dem Titel “Aktuelle Herausforderungen für KKMU“ in Chandigarh. Während der Veranstaltung zeigte sich, dass MSMEs mit innovativen Ideen und unternehmerischem Ehrgeiz unabdingbar sind für eine konkurrenzfähige indische Wirtschaft.

Wie es in der indischen Tradition üblich ist, wurde zu Beginn der Konferenz eine Lampe entzündet („Lighting of the Lamp“) und im Anschluss die Nationalhymne gesungen.

C.M. Krishna (PHDCCI) hieß die Ehrengäste sowie die Teilnehmer auf dem Podium und im Auditorium willkommen. In seiner Eröffnungsrede unterstrich er die Bedeutung der MSMEs für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum des Landes. Der Beitrag von MSMEs könne nicht ignoriert werden, da sie die Stütze jeder Gesellschaft seien. Ziel dieser Konferenz sei Regierungsabteilungen, finanzielle Institutionen und MSME Entrepreneurs zusammen zu bringen um ihnen die Möglichkeit des Austauschs zu bieten. MSMEs können so über ihre Erwartungen an die Regierung sprechen, ihre Änderungswünsche bezüglich industriepolitischer Maßnahmen äußern und über Schwierigkeiten im Aufbau ihrer Kleinunternehmen sprechen.

Vikram Sahgal (Vorsitzender, PHDCCI Chandiargh) ging in seiner Willkommensansprache auf die Bedeutung und den Beitrag von MSMEs zum wirtschaftlichen Wachstum des Landes ein und sprach von Problemen, die diese bewältigen müssten. Regierungsmaßnahmen sollten industriefreundlich sein, darüber hinaus sollten bei der Einführung neuer politischer Maßnahmen MSMEs konsultiert werden, um zu gewährleisten, dass diese auch durchführbar seien.

Pankaj Madan (stellvertretender Leiter und Programmleiter KAS) berichtete, dass die KAS als Vermittler zwischen Entrepeneurs und Regierung aktiv sei, und hierbei Unterstützung von ihrem Partner PHDCCI erhalte. Hauptziel sei, MSMEs über die verschiedenen Regierungsmaßnahmen aufzuklären und den Zugang zu Programmen zu erleichtern. Einfaches Konzeptualisieren von Programmen würde nicht reichen, vielmehr müsse man sich um einen Dialog mit den MSMEs bemühen, um Maßnahmen zu entwerfen, die jedes Unternehmen erreichen können. So würden die Programme Ergebnisse erzielen und den Industriesektor aufbauen.

Major Singh (Leiter, MSME, Institut für Entwicklung Haryana und Punjab) informierte die Anwesenden über Programme der MSME Abteilung, von denen Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen profitieren würden. Mit Verweis auf die Infrastruktur sagte Singh, dass selbst die Industriegebiete in der Region in schlechter Verfassung seien. Daher solle der Fokus auf den Ausbau der Infrastruktur, in besondere Weise Straßenverbindungen, gelegt werden.

Kush Tyagi (Geschäftsberater, Government e-Marketplace) erläuterte den Anwesenden das Modell GeM (Government e-Marketplace). In 2016 eröffnet, konnten bisher Einkäufe im Wert von 15.000 Crore durch Regierungsabteilungen getätigt werden. Hersteller können sich auf der Website registrieren und ihre Produkte an die Regierung verkaufen. Derzeit werden mehr als 2,5 Lakh Produkte in 400 unterschiedlichen Kategorien angeboten.

MSMEs sollen einen wirtschaftlichen Wandel anführen, ließ Rana Ashutosh (Geschäftsführer, State Bank of India) in seiner Rolle als Bankier einer führenden Bank Indiens verlauten. Er versprach, MSMEs die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, unter anderem durch die Durchführung von Trainings zu Entrepreneurship in ländlichen Gebieten.

Die Regionaldirektorin der Reserve Bank of India, Rachna Dikshit erklärte, dass Bankmitarbeiter aufgeklärt werden würden über Projekte, die von anderen Bankinstituten durch Industrie-Programme der Regierung initiiert würden. Probleme in der Finanzierung von MSMEs sollten der RBI gemeldet werden. MSMEs sollten nicht zögern, in Kontakt mit Finanzinstituten zu treten, da beide Seiten davon profitieren könnten.

Vini Mahajan (zweiter leitender Sekretär, Abteilung für Industrie und Handel, Regierung von Punjab) sprach von der Notwendigkeit einer engen Verbindung zwischen Industrie und Regierung. Unabdingbar für die wirtschaftliche Weiterentwicklung eines Landes, müssten die beiden Sektoren kooperieren um das angestrebte Wachstum zu erreichen. Die Regierung von Punjab bemühe sich, einen unternehmerischen Geist in der Region zu unterstützen und sei sich bewusst, dass unternehmerische Fähigkeiten und Möglichkeiten vorhanden seien. Konferenzen wie diese würden daher dem Zeitgeist entsprechen, da sie Regierung und Industrie zusammen bringen würden und ihnen die Möglichkeit gäbe, Diskussionen zu führen. Sie rief industrielle Unternehmen dazu auf, die Chance zu ergreifen, mit der Regierung zusammen zu arbeiten. Während die Regierung für politische Rahmenbedingungen Sorge trage, könne die Industrie sich auf die Unternehmen und Unternehmer konzentrieren.

R.S. Sachdeva, Vorsitzender von PHDCCI Punjab, dankte zum Abschluss allen Teilnehmenden und versicherte, dass die Diskussionsergebnisse dieser Konferenz der Regierung vorgestellt werden würden. Er verblieb in der Hoffnung, dass der Dialog Unternehmer als auch Politiker näher zusammen bringen konnte.