KAS Kroatien

Veranstaltungsberichte

"Sonntagskultur in Kroatien"

von Juro Avgustinović
Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete mit dem Friedensinstitut der Franziskaner am 09. November 2018 in der Kroatischen Katholischen Universität in Zagreb eine Konferenz zum Thema: „Sonntagskultur in Kroatien“. Unter Mitwirkung der EVP-Abgeordneten: Marijana Petir und des Vertreters der „Konferenz Europäischer Kirchen“, Frank-Dieter Fischbach, diskutierten Vertreter der kroatischen Arbeitgeber mit Vertretern der kroatischen Wirtschaftsinstitutionen sowie Rechtsexperten über die vielfältigen Auswirkungen von arbeitsfreien Sonntagen.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete mit dem Friedensinstitut der Franziskaner am 09. November 2018 in der Kroatischen Katholischen Universität in Zagreb eine Konferenz zum Thema: „Sonntagskultur in Kroatien“. Unter Mitwirkung der EVP-Abgeordneten Marijana Petir und des Vertreters der „Konferenz Europäischer Kirchen“, Frank-Dieter Fischbach, diskutierten Vertreter der kroatischen Arbeitgeber mit Vertretern der kroatischen Wirtschaftsinstitutionen sowie Rechtsexperten über die vielfältigen Auswirkungen von arbeitsfreien Sonntagen.

Die diesjährige Konferenz zum Thema der „Sonntagskultur in Kroatien“ war eine vielseitige Diskussion mit dem Ziel, das Bewusstsein über die Konsequenzen der Sonntagsarbeit in der kroatischen Gesellschaft zu erhöhen. Im Mittelpunkt standen die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen der Arbeit und dem Privatleben in den EU-Ländern, das Verhältnis zwischen den Arbeitnehmer, Arbeitgebern und dem Staat sowie die sozialwirtschaftliche Wahrnehmung eines möglichen arbeitsfreien Sonntags in Kroatien.

Neben den Vertretern des kroatischen Wirtschafts- und Arbeitsministeriums, der Österreichischen und Europäischen Allianz für den freien Sonntag, der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität in Zagreb, des Arbeitsgeberverbandes, der Handwerks- und Wirtschaftskammer und der Handelsketten nahm auch die kroatische EU-Abgeordnete, Marijana Petir an der Konferenz teil. Sie betonte, dass 50% der Beschäftigten in Kroatien Überstunden leisten und dass sich Kroatien auf dem letzten Platz der EU-Länder gemäß dem Vergleichsindikators des Privat- und Geschäftslebens befinde. Darüber hinaus seien 90% der kroatischen Bürger für die Einführung des arbeitsfreien Sonntags. Obwohl einige Arbeitgeber in Kroatien behaupteten, dass der größte Umsatz sonntags gemacht werde und dass sie deswegen Verluste verzeichnen würden und Beschäftigten kündigen müssten, zeigen die Daten der Steuerverwaltung, dass der größte Umsatz freitags gemacht werde und er sonntags um 50% niedriger sei. Frau Petir (MdEP) verwies auch auf die Tatsache, dass es keine spezifischen EU-Vorschriften für die Wochenendarbeit gebe und forderte die kroatische Regierung noch einmal auf, einen freien Sonntag für Beschäftigte im Handel zu gewährleisten. Der Direktor des Friedensinstituts der Franziskaner, Bože Vuleta, betonnte zu Beginn, dass die Arbeit an den arbeitsfreien Tagen keinen positiven Einfluss auf die allgemeine wirtschaftliche Bilanz hätte. Im Gegensatz, sie würde negativ auf die Lebensqualität eines Einzelnen, der Familie und der Gesellschaft einwirken. Die Vertreterin der österreichischen Allianz für den freien Sonntag, Frau Gabriele Kienesberger, sprach über das Verhältnis zwischen der Arbeitszeit und dem Privatlebens in Österreich, während ihr Kollege, Herr Frank Fischbach, von der „Konferenz Europäischer Kirchen“, über das Verhältnis zwischen Privat- und Geschäftsleben in der EU und die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft beim Aufbau der Sonntagskultur sprach. Für Ihn stehe fest, dass alle EU-Bürger das Recht auf angemessene Arbeitszeiten haben sollten und dass die Gesetzgebung und Praxis auf EU- und mitgliedstaatlicher Ebene, die Gesundheit, Sicherheit und Würde eines jeden Einzelnen besser schützen und die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben mit mehr Aufmerksamkeit fördern müsse. In diesem Zusammenhang erklärte der Professor von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zagreb, Dr. Zdenko Babić, dass der persönliche Konsum jedoch nur vom Einkommen abhänge.

Im zweiten Teil der Konferenz nahmen Vertreter von Handelsketten wie Pevec, Lonia und NTL an der Podiumsdiskussion teil, die die Initiative der kroatischen Allianz für arbeitsfreie Sonntage unterstützten, und vertraten die Auffassung, dass die Regierung der Republik Kroatien dieses Problem eindeutig behandeln sollte.