Welche Folgen hat eine Einschränkung privatwirtschaftlicher Initiative für eine Gesellschaft?

Linksextremisten setzen auf eine starke Einschränkung und Kontrolle privatwirtschaftlicher Initiative, die sie als Ausgangspunkt „kapitalistischer Ausbeutung“ betrachten. Hingegen entstehen wirtschaftliche Innovationen nur dadurch, dass man auf die Fähigkeiten des Einzelnen vertraut und Individuen den Raum zu Entfaltung bietet. Dies schließt die Übernahme von privaten Risiken mit der Gefahr des wirtschaftlichen Scheiterns ein. Der Rechtsrahmen eines Landes, der auch den Spielraum für wirtschaftliche Tätigkeiten vorgibt, ist für Innovationsspielräume von entscheidender Bedeutung. Eine Rechtsordnung, die freiheitlichen, dezentralen Entscheidungen den Vorrang gibt, ist Grundlage des gesellschaftlichen Wohlstandes.

Deutschland ist international bekannt dafür, unzählige technologische Neuerungen, wie beispielsweise im Bereich der Umwelttechnik und der erneuerbaren Energien, hervorgebracht zu haben. Diese Innovationsdichte ist nur in einer Wirtschaftsordnung möglich, in der wirtschaftliche Freiheitsrechte gewährleistet sind und sich Unternehmen in privater Hand befinden. Der Vergleich mit sozialistischen Systemen macht deutlich, dass Wohlstand und wirtschaftliche Freiheit Zwillinge sind, während die Mangelwirtschaft stets das Charakteristikum von Planwirtschaften war. Ein Blick auf Patentanmeldungen, die Ausstattung mit Konsumgütern oder das Einkommensniveau zeigt deutlich, dass Wirtschaftsordnungen, die auf private Initiative setzen, überlegen sind.

Eine Wirtschaftsordnung, die auf Privateigentum und Wettbewerb setzt, führt langfristig zu steigendem Wohlstand und sukzessivem technischen Fortschritt. Die Aussicht, sich mit dem eigenen Produkt am Markt durchzusetzen und Gewinne zu erzielen, spornt Unternehmer dazu an, in Forschung und Entwicklung zu investieren, um ihre Produkte und Dienstleistungen stetig zu verbessern. Firmen, die in diesem System unnütze oder qualitativ minderwertige Produkte anbieten, scheiden aus. Die Aussicht auf Gewinnerzielung und das stets drohende Verlustrisiko in einer Marktwirtschaft fördern letztlich die Ideenfreude und die Entwicklung innovativer Technologien. Beides treibt den gesellschaftlichen Wandel voran.

Spätestens mit dem Ende des Kalten Krieges hat sich der internationale Wettbewerb um die besten Ideen und Köpfe verschärft. Um unseren zukünftigen Wohlstand zu sichern, muss Deutschland weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren und privatwirtschaftliche Initiative, d.h. den Unternehmergeist, fördern. Joseph Schumpeter, ein bedeutender Ökonom des 20. Jahrhunderts, hat den Wert von Schaffenden, von Unternehmern für eine Gesellschaft schon vor vielen Jahrzehnten herausgearbeitet. Für Schumpeter war der Unternehmer stets Antreiber von Neuem und unermüdlicher Streiter für Fortschritt.

Vorausgesetzt, der rechtliche Rahmen lässt das zu. Nur in einer Wirtschaftsordnung, die Vertragsfreiheit sichert, Eigentum schützt und Leistung auch honoriert, kann man Unternehmergeist entfachen. Deshalb schließen sich wirtschaftlicher Erfolg und Zentralverwaltungswirtschaft aus, deshalb konnte die DDR nie die Leistungsfähigkeit der westdeutschen Marktwirtschaft erreichen (siehe auch Ermöglichte die DDR-Planwirtschaft einen hohen Lebensstandard?). Unternehmertum und Marktwirtschaft: Sie bedingen einander. Privatwirtschaftliche Initiative bereichert unsere Gesellschaft und hilft ihr voranzukommen.

David Gregosz