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Neue Osnabrücker Zeitung berichtet über unsere Projekte

von Johann C. Fuhrmann
"Von der Osnabrücker Wüste in die mongolische Steppe"
Ausführlich berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) am 25. Juli 2018 im Print und Online über unsere Tätigkeiten und Projekte in der Mongolei. Der Text wurde uns mit freundlicher Genehmigung der Autorin, Danina Esau, zur Verfügung gestellt.

Von der Osnabrücker Wüste in die mongolische Steppe

Von Danina Esau

Die Mongolei, das am dünnsten besiedelte Land der Welt, ist um einen Einwohner reicher: Johann Fuhrmann, der im Osnabrücker Stadtteil Wüste aufgewachsen ist, leitet seit drei Wochen das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Hauptstadt Ulaanbaatar.

Dass er später im Ausland leben und arbeiten möchte, wusste Fuhrmann schon, als er im Osnabrücker Carolinum für seine Abiturprüfungen paukte. Nach einem einjährigen Schüleraustausch mit dem Rotary Club Osnabrück-Nord in der US-amerikanischen Stadt Denver, beschloss er nach seinem Abitur erneut ins Ausland zu gehen. Seinen Zivildienst absolvierte Fuhrmann in Sankt Petersburg, wo er mit Straßenkindern und Obdachlosen arbeitete. Nach Russland verschlug es ihn nach seinem Politikstudium in Bielefeld, Paris und London erneut. „Ich wusste, da will ich wieder hin“, sagt der 33-jährige rückblickend. Für das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitete er als Projektassistent zwei Jahre in Moskau. Nach vier Jahren als Mitarbeiter im Deutschen Bundestag und beim Wirtschaftsrat der CDU kehrte Fuhrmann nun zur Konrad-Adenauer-Stiftung zurück.

Die parteinahe Stiftung der CDU betreut mehr als 200 Projekte in über 120 Ländern. Schwerpunkte sind neben der Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Sozialer Marktwirtschaft auch Medienprogramme, die eine freie und unabhängige Berichterstattung zum Ziel haben. Seit 25 Jahren besteht das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Mongolei, das nun von Fuhrmann geleitet wird. Auf den ersten Blick gefällt ihm das Land sehr gut. „Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die ich sehr dankbar bin. Als Ansprechpartner wird die Stiftung hier sehr geschätzt und den Deutschen gegenüber herrscht eine große Offenheit. Am Rande einer Konferenz im Norden der Mongolei hat mich der ehemalige Premierminister gleich zum Reiten eingeladen“, erzählt er.

Als Leiter des Büros betreut Fuhrmann gemeinsam mit seinen sechs Mitarbeitern mehrere Projekte, die der Entwicklungszusammenarbeit und der Demokratieförderung des Landes dienen. „Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur diplomatischen Arbeit vor Ort und haben gegenüber der Botschaft den Vorteil, politisch nicht neutral sein zu müssen. Das eröffnet uns die Möglichkeit, eng mit Politikern und Parteien zusammenzuarbeiten.“

Eines der Kernprojekte des Auslandsbüros in Ulaanbaatar hat das Ziel, eine unabhängige Medienlandschaft zu fördern. Obwohl sich in der Mongolei trotz häufiger Regierungswechsel eine stabile Demokratie entwickelt hat, ist Korruption im Mediensektor weit verbreitet. „Verbindungen zwischen Politik, Wirtschaft und Medien stehen einer kritischen Berichterstattung oft im Wege. Abhängigkeiten hindern Journalisten daran, neutral zu berichten und münden in Selbstzensur“, erklärt Fuhrmann. Gemeinsam mit dem Presseinstitut der Mongolei bildet die Konrad-Adenauer School for Journalism angehende Journalisten aus. In diesem Jahr beendeten 24 Absolventen das Programm.

Auch gesellschaftspolitisch möchte Fuhrmann neue Ziele stecken. Gemeinsam mit einer mongolischen NGO, den „Women for Change“, setzt sich die Stiftung für die Förderung von Frauen in Führungspositionen ein. „Wir möchten junge Frauen ermuntern, sich in Politik und Beruf voll einzubringen und mit ihnen gemeinsam zu einem gesellschaftlichem Umdenken beitragen“, so Fuhrmann. In Workshops und Seminaren berichten erfolgreiche Frauen der nächsten Generation, wie sie sich trotz struktureller Benachteiligungen durchgesetzt haben und stehen den jüngeren bei den weiteren Karriereschritten als Mentoren zur Verfügung. Dass noch viel zu tun ist, zeigt schon die Zusammensetzung des nationalen Parlaments: nur 13 der 76 Abgeordneten sind Frauen.

Fuhrmann hofft, sich bald in seiner neuen Heimatstadt eingelebt zu haben, in der rund die Hälfte der drei Millionen Mongolen lebt. Ob der Bezug zu Osnabrück für seine Arbeit in Zukunft eine Rolle spielt? „Das hoffe ich. Die Mongolen möchten gerne wissen, wie sie ihre Verwaltung effizienter gestalten können. Es wäre ein schönes Zeichen, wenn ein oder zwei junge Mongolen im Jahr ein Praktikum bei der Stadt Osnabrück absolvieren könnten“, so Fuhrmann. Sollte er mit seinem Anliegen Erfolg haben, zieht es zukünftig vielleicht auch junge Menschen aus der Mongolei für ein paar Wochen in die Osnabrücker Wüste.

Der Text, der im Original am 25. Juli 2018 in der NOZ erschien, ist mit einer Bildergalerie auch hier abrufbar: Link zum Artikel auf den Seiten der NOZ