Veranstaltungsberichte

Vor 50 Jahren - Die 68er-Bewegung

von Eckhard Lemm
2-tägige Zeitreise in das Jahr 1968

Das Jahr 1968 muss nur genannt werden und sofort werden bei uns jede Menge Assoziationen und Erinnerungen ausgelöst. Viele Zeitgenossen haben die Bilder von damals noch immer im Kopf. Mit "68" verbinden wir das tödliche Attentat auf den farbigen Bürgerrechtler Martin-Luther King am 4. April in Memphis (Tennessee) und den Anschlag auf Rudi Dutschke am 11. April in Berlin. Mit "68" verbinden wir aber auch ein tragisches Geschehnis, dass sich bereits ein Jahr zuvor ereignete. Am 2. Juni 1967 wurde bei einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Berlin der Student Benno Ohnesorg erschossen.

Bis heute sorgen die Ereignisse um das Jahr 1968 für Kontroversen. So scheiden sich in ihrer Bewertung nach wie vor die Geister. Während die einen die damalige Bewegung glorifizieren und sie als Symbol für den Aufbruch in eine bessere, gerechtere und schönere Welt sehen, verurteilen die anderen den Werteverlust. Verherrlichung und Verunglimpfung liegen hier dicht beieinander.

Ein halbes Jahrhundert nach 1968 unternahm die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen eines Wochenendseminars den Versuch einer Bestandsaufnahme. Wie hat die Generation der "68er" Deutschland verändert? Welche Langzeitwirkungen auf das Alltagsleben und die politische Kultur gibt es? Für die Lösung dieser anspruchsvollen Aufgaben standen mit Herrn Prof. Dr. Jakob Rösel und Herrn Dr. Pierre Gottschlich erstklassige Referenten zur Verfügung. So begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur auf eine 2-tägige Zeitreise in das Jahr 1968, sondern erhielten auch durch die Vermittlung aktueller Forschungsergebnisse und Erläuterung globaler Zusammenhänge interessante Einblicke in die Weltgeschichte.