Fachkonferenz

Medien als Akteur im Jemenkonflikt – zwischen Parteinahme und Aufklärung

Internationaler Medienworkshop zu Konfliktnarrativen und Friedensjournalismus

Allgegenwärtig lassen sich Krieg und internationale Krisen in den Medien vorfinden. Auf dem Parkett der weiten Medienlandschaft sind Kriegshandlungen, Anschläge und Gewalt mittlerweile zur Alltäglichkeit geworden.

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Zugleich prägt der Mediendiskurs die Wahrnehmung von Konflikten in der Öffentlichkeit. Oftmals gibt die Art und Weise der lokalen, regionalen wie internationalen Berichterstattung dabei den Ton an, welches Bild sich der Rest der Welt, aber auch die Konfliktparteien selbst über eine Auseinandersetzung machen. Gute Journalisten wissen um diese manipulative Macht des Wortes und Bildes und jene Wirkung, die sie auf die Konfliktdynamik haben kann. In diesem Sinne werden Medien selbst zu einem Akteur im Geflecht der Machtmechanismen eines Konflikts.

Auch im Kontext des Jemen-Krieges spielen Medien eine destruktive Rolle. Seit dem Scheitern des Transformationsprozesses im Herbst 2014 werden sie als Waffe im Kampf um politische Macht eingesetzt und tragen zusätzlich zur Eskalation der Gewalt im Land bei. So haben die Houthi-Rebellen die Kontrolle über staatliche Medien errungen, unter deren Einsatz sie versuchen, ihre Konfliktposition auch medial zu legitimieren. Die Exil-Regierung von Präsident Hadi nutzt zugleich die Internetseite der staatlichen Nachrichtenagentur, um ihrerseits die Aufrührer zu delegitimieren und ihre eigene Position zu stärken.

Journalisten jeglicher Couleur folgen in ihrer Berichterstattung oft einer der beiden konträren Diskurslinien. Sie missachten dabei die Grundsätze eines gezielt überparteilichen, gewaltpräventiven Qualitätsjournalismus, der durch neutrale Kommunikationskanäle zur Deeskalation und friedlichen Überwindung des Konfliktes beitragen könnte.

Vor diesem Hintergrund lädt das Regionalprogramm Golf-Staaten nun zur ersten überregionalen Konferenz zur Rolle der Medien im Jemenkonflikt ein. Jemenitische, arabische wie internationale Journalisten werden sich vom 17. – 19. Mai ausführlich dem Nexus zwischen journalistischer Arbeit und den Narrativen der lokalen wie regionalen Konfliktparteien im Bürgerkrieg widmen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Auswirkungen von Journalismus und bestimmter Sprache im Kontext der Polarisierung und der verschiedenen Konfliktnarrative im Jemen-Krieg zu diskutieren sowie zu dekonstruieren.

In Kooperation mit dem Onlinemagazin „Muftah“ soll zudem im Anschluss an die Veranstaltung eine Sammlung von Konferenzbeiträgen sowohl online als auch in Form einer gebundenen Ausgabe veröffentlicht werden.

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Veranstaltungsort

Totes Meer, Jordanien

Publikation

„Ein Streiflicht, aber kein Leuchtturm“ – Medien als Instrument der Konfliktparteien im Jemen: INTERNATIONALER JOURNALISTENWORKSHOP AM TOTEN MEER
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