Veranstaltungsberichte

Die verbindende Kraft des Fußballs und der Umgang der Gesellschaft mit Behinderungen im Spitzensport und im Alltag

von Wadim Weinberger

Rundtischgespräch über die Erfahrungen aus Russland und Deutschland und Potentiale für Kooperation

Solche große Sportereignisse als die Weltmeisterschaft 2018 eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung der Sport- und Fußballbewegung. Am 2. Juni 2018 fand auf der Jelagin-Insel in St.-Petersburg die Diskussion über die verbindende Kraft des Fußballs, welche Menschen mit und ohne Behinderung eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht statt. Dieser Rundtisch wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit anderen Stiftungen und Organisationen veranstaltet.

Am 2. Juni 2018 fand auf der Jelagin-Insel in St.-Petersburg zum bereits achten mal das Festival “Еst Kontakt” (“Es gibt einen Kontakt”) statt. Ging es in den ersten Jahren des Festivals noch in erster Linie um die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Sport, präsentierte sich das Festival in diesem Jahr als ein “Feiertag des Sportes“ für alle Menschen. Vor idyllischer Kulisse wurden den Besuchern Bühnenauftritte und Workshops zu einer Vielzahl von Sportarten geboten.


Das Highlight des Festivals stellte jedoch das Blindenfußball-Turnier mit Nationalmannschaften aus Deutschland Russland und Belgien dar. Bei diesem Sport versuchen die Mitspieler allein durch gegenseitige Zurufe ihr Spiel zu koordinieren, und den Ball, welcher im Inneren mit Rasseln versehen ist, in das gegnerische Tor zu schießen. Deutsches Team hat in diesem Turnier gewonnen.


Im Anschluss fand eine Rundtisch-Diskussion statt, welche von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit anderen Partner organisiert wurde. Die auf zwei Panels aufgeteilten Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem damit, welchen Einfluss die kommende Fußball-WM auf die Zukunft Russlands haben könnte. Aber auch eine mögliche stärkere Zusammenarbeit bei der weiteren Förderung von Inklusion behinderter Menschen im Sport wurde thematisiert. Dabei wurde betont, wie wichtig es sei, dass das Festival auf der Jelagin-Insel stattfand, einem Ort, der tagtäglich von Menschen jedes sozialen Milieus besucht wird. Dadurch würde der Behindertensport nicht als eine Randerscheinung, sondern als ein fester Bestandteil der Alltagsrealität wahrgenommen werden. Besonders in Erinnerung bleiben dürften wohl die Beiträge der Kapitäne der deutschen (Alexander Fangmann) und russischen Mannschaft (Alexander Gurtowenko), die nach dem Turnier von den teils schwierigen Umständen, aber auch von den motivierenden Momenten ihres Sportlerlebens berichteten.

Ansprechpartner

Claudia Crawford

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Leiterin des Büros Multilateraler Dialog KAS in Wien

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