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25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – Was verbindet Deutschland und Rumänien?

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Deutsche Botschaft feierten am 27. Mai mit einer Veranstaltung in Bukarest, den Mauerfall und das Ende des Kommunismus in Europa vor 25 Jahren. Dabei wurde auch eine von Kunststudenten realisierte Wandmalerei eingeweiht. Unter den Rednern waren Sven-Joachim Irmer, Leiter des KAS-Auslandsbüros, Hans Werner Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Ovidiu Ganţ, Abgeordneter der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament, Radu Preda, Leiter des Instituts für die Aufklärung der kommunistischen Verbrechen und das Gedenken an das rumänische Exil.

Zur Eröffnung sprach Sven-Joachim Irmer über die Bedeutung der guten Zusammenarbeit der Stiftung mit ihren Partnern und ihre Bereitschaft den Demokratieprozess in Rumänien weiter voranzutreiben. An die gewaltigen Veränderungen und Ereignisse die Rumänien und der Osten Europas in den letzten 25 Jahren erfahren hat, muss angeknüpft werden, da immer noch Defizite in der Art und Weise wie mit der eigenen Vergangenheit umgegangen wird, vorherrschen. Diese Geschichtsthematik muss lebendig und fassbar gehalten werden, damit sich so was nicht wiederholen kann, so Sven-Joachim Irmer.

Laut Werner Hans Lauk, machte der Mauerfall in Berlin und die kurz danach stattgefundene blutige Revolution in Rumänien den Weg für die Europäische Annäherung frei. Des Weiteren sprach er die guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien an. Die Deutsche Minderheit nimmt bis heute - vor allem als sprachliche und kulturelle Brücke zwischen beiden Gesellschaften - einen wichtigen Platz in dieser Verbindung ein. „Die Europäische Union als einzigartige Erfolgsgeschichte, von der alle Bürger Europas profitieren, ist nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft sondern vielmehr eine Wertegemeinschaft und eine Gemeinschaft des Rechts. Die Aufnahme Rumäniens, die immer von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt wurde, ist im Nachhinein eine richtige Entscheidung von der alle Mitgliedsländer profitieren, gewesen“, sagte Werner Hans Lauk.

Ovidiu Gant merkte an, dass das Ergebnis der Europawahl, 25 Jahre nach dem Mauerfall betrübend ist, da Parteien den Einzug ins europäische Parlament geschafft haben, die mit den grundlegenden Werten der EU nicht identifiziert werden. Es ist sehr bezeichnend für den pro-europäischen Kurs in diesem Land, dass Rumänien dazu nicht beigetragen hat und mit ihren Mandaten, die zwei großen Volksparteien im europäischen Parlament unterstützt.

Radu Preda unterstrich, dass Deutschland als Vorbild für Rumänien einer gelungenen Erinnerungs- und Dialogkultur gesehen werden muss. Deshalb lobte er die Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung, die mit ihren Bildungsmaßnahmen und Ausbildungsangeboten die Kultur des Dialogs in Rumänien fördert. Er verwies auch darauf, dass die Freiheit in der wir leben nicht als selbstverständlich gesehen werden darf, sondern tagtäglich für sie gekämpft werden muss.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch eine Wandmalerei eingeweiht, die von Studenten der Nationaluniversität der Künste geschaffen wurde. Sie stellt symbolisch die Überwindung des Kommunismus in Europa und die Vereinigung der 28 Mitgliedsstaaten zur Europäischen Union dar.