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InfoPress – „Stürzt der Staat in die Schuldenkrise?“

Die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) in Belgrad und die Journalistenschule Novi Sad (NNS) organisierten am 18. November 2008 das in diesem Jahr 3. InfoPress mit dem Titel „Stürzt der Staat in die Schuldenkrise?“,

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an dem neben Journalisten auch Politiker, Experten und für Wirtschafts- und Finanzpolitik spezialisierte Chef-Redakteure teilnahmen.

Die Hypothekenkrise in den USA ist zur Welt-Finanzkrise geworden. Die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise und einer anhaltenden Rezession ist real. Es wird ein Dominoeffekt dieser Krise auch in Serbien befürchtet. Wie sollte die serbische Regierung darauf reagieren und welche Maßnahmen sind durchzuführen? Diese Fragen und weitere aktuelle finanzwirtschaftliche Themen sollten bei diesem InfoPress erörtert und beantwortet werden. Ziel war es, Journalisten zu befähigen, der breiten Öffentlichkeit die ganze Problematik auf veständliche Art und Weise zu vermitteln und zu diesen Entwicklungen kritisch Stellung zu beziehen. Ebenso sollen sie ihre Fähigkeiten zur Recherche verbessern.

Bei dem informativen Bildungsteil des InfoPress haben Prof. Miroslav Prokopijevic, von der Wirtschaftsfakultät in Belgrad und Herr Misa Brkic, Journalist bei Voice of America, die Journalisten auf die thematischen Punkte hingewiesen, die während dieser aktuellen wirtschaftspolitischen Situation von großer Bedeutung für die breite Öffentlichkeit sind und daher besonders sorgfältig von Seiten der Journalisten analysiert und vermittelt werden sollten. Den Journalisten haben die Wirtschaftsexperte u.a. empfohlen, allgemeine und statistische Angaben zu vermeiden, auf informationsreiche und konkrete Statements der Politiker nicht zu verzichten, sowie ihre Berichterstattungen für das Publikum verständlich zu vermitteln, in denen jegliche Fachbegriffe zu erklären sind.

Den Journalisten wurde einige Tage vor dem Bildungsseminar und der Pressekonferenz Informationsmaterial über diese Problematik zur Verfügung gestellt, das als Basis für ihre eigenen Untersuchungen genutzt werden konnte. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsjournalisten Misa Brkic und dem Wirtschaftsprofessor Miroslav Prokopijevic wurden Fragen formuliert, die für die Journalisten wichtige Gesichtspunkte für ihre Recherchen bzw. Berichterstattungen darstellen sollten:

Wahlversprechungen/Koalitionsprogramm gegenüber der aktuellen wirtschaftlichen und finanziellen Situation

Welche neuen Maßnahmen schafft der Staat für die Überwindung der Krise in der Wirtschaft?

Frage nach der Stabilität der nationalen Währung

Arbeitspolitik, Sozialprogramme: Gehaltserhöhungen zwecks Sozialfriedens mit Etatdefizit als Folge?

Nach den wertvollen Ausführungen und Hinweisen, wie und mit welchen Themen sie umgehen sollten, hatten die Journalisten beim zweiten Teil des InfoPress, der in der Form einer Pressekonferenz stattfand, die Möglichkeit, sich direkt über diesen Themen mit den Gouverneur der Nationalbank Serbiens, Herrn Radovan Jelasic und den Staatssekretär im Finanzministerium der Republik Serbien, Herrn Slobodan Ilic auseinanerzusetzen.

Der Gouverneur der Nationalbank Serbiens betonte, dass der Staat in dieser Wirtschaftskrise äußerst verantwortlich vorzugehen habe und fügte hinzu: «Serbien ist nicht überschuldet, wir müssen aber darauf achten, Ungarn und Kroatien mit der Verschuldung nicht zu überholen. Jetzt, wo wir das Abkommen mit der IMF haben, müssen wir uns noch mehr um das Budget kümmern.»

Der Staatssekretär im Finanzministerium, Herr Slobodan Ilic, kündigte an, dass der Staat schon mit einigen Maßnahmen anfangen wird. Bald wird der Premierminister, Herr Mirko Cvetkovic, ein Programm mit dreißig Punkten der Öffentlichkeit vorstellen: «Die Situation ist ernst, aber nicht alarmierend. Allerdings wird die Finanzkrise aus dem Bankwesen in die reale Wirtschaft übergehen, was schon aus der Ankündigung der «U.S. Steel Serbia GmbH» ersichtlich ist, dass sie ihre Produktion für die nächsten zwei Monate wegen mangelnder Aufträge einstellen wird», so Ilic.

Der Vorsitzende des Journalistenverbandes Vojvodinas und Moderator bei dem InfoPress, Herr Dinko Gruhonjic, fasste die Diskussion folgendermaßen zusammen: „Ein genereller Eindruck ist, dass das Niveau der bisherigen Investitionen in Zukunft schwer zu realisieren sein wird. Beispielsweise sagte Herr Djelic (Bozidar Djelic, Vizepremier und Wissenschaftsminister), dass Überlegungen, das man zwischen Renten- und Gehaltserhöhungen einerseits und Investitionen für die Zukunft wie dem Aufbau des „Korridors 10“ (Autobahn- und Zugverbindung von der ungarischen zur bulgarischen Grenze) andererseits zu entscheiden hat, zum Hauptdilemma zu werden scheint“.

Nach der veranstalteten Pressekonferenz wurde das Thema wesentlich stärker in den Medien berücksichtigt, nicht nur in der Vojvodina, sondern auch in Medien mit nationaler Frequenzabdeckung. Dabei waren nicht nur die Aussagen der teilnehmenden Experten (Gouverneur Radovan Jelasic und Staatssekretär Slobodan Ilic) für die Berichterstattung attraktiv, sondern auch die kritischen Analysen der eingeladenen Wirtschaftsexperten (Wirtschaftsjournalist Misa Brkic und Wirtschaftsprofessor Miroslav Prokopijevic), was den Erfolg dieses InfoPress deutlich macht. Dazu trug sicherlich der Bildungsteil des InfoPress bei, der eine differenzierte Berichterstattung förderte.

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Belgrad

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