Hat die Euro-Zone an Attraktivität verloren? Gibt es Länder, die in die Euro-Zone aufgenommen werden wollen?

Trotz der Schuldenkrise einiger Staaten der Euro-Zone gibt es weiterhin Länder, die gerne die Gemeinschaftswährung einführen würden, um von den damit verbundenen Vorteilen zu profitieren. Als erstes ist an dieser Stelle Estland zu nennen, das bereits seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist. Das baltische Land erfüllt alle Beitrittskriterien und tritt der Währungsunion offiziell zum 1. Januar 2011 bei. Während die Staaten der Euro-Zone dieses Jahr allesamt das zulässige Etatdefizit von weniger als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten, hat Estland seine Staatsschulden im Griff. Während die gesamtstaatliche Verschuldung in der EU im Durchschnitt derzeit ca. 75 Prozent des BIPs beträgt, liegt sie in Estland bei nur ca. 7,5 Prozent des BIP. Auch die Neuverschuldungsquote lag im vergangenen Jahr mit 1,7 Prozent unterhalb der Maastricht-Grenze von 3 Prozent des BIP.

Island strebt nach den Verwerfungen während der Finanzkrise sowohl in die Europäische Union als auch in den Euro-Raum. Den Beitrittsantrag für die EU-Mitgliedschaft hatte das Land bereits Mitte 2009 gestellt, im Juni 2010 wurde er angenommen. Auch den Euro würde das Land langfristig gerne einführen. Bis Island allerdings in die Euro-Zone aufgenommen werden kann, wird es aufgrund der schwierigen ökonomischen Situation des Landes noch einige Jahre dauern.