Veranstaltungsberichte

Workshop für traditionelle Führungskräfte zum neuen Bodenrecht in Mzimba (Malawi)

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Am 21. und 22. August 2018 fand ein weiterer Workshop für traditionelle Führungspersönlichkeiten der Traditional Authority Kampingo Sibande in Mzimba statt. Zwei Tage lang wurden 53 Teilnehmer in das neue Landgesetz in Malawi eingeführt. Der Workshop wurde von der KAS finanziert und in Zusammenarbeit mit den Organisationspartnern Farmers Union of Malawi (FUM) und LandNet Malawi ausgeführt. Zudem wurde der Workshop von dem Mzimba Community Radio begleitet.

Am 21. und 22. August 2018 fand ein weiterer Workshop für traditionelle Führungskräfte zum neuen Bodenrecht in Mzimba, Malawi, statt und richtete sich an rund 50 Führungskräfte. Der Workshop wurde von der KAS finanziert und in Zusammenarbeit mit den Organisationspartnern Farmers Union of Malawi (FUM) und der LandNet Malawi Land Governance ausgeführt.

Die Orientierungsworkshops für traditionelle Führungskräfte in Malawi zielen darauf ab,  traditionelle Behörden zu schulen und über Entwicklungen des Bodenrechtsreformprozesses und spezifische Gesetze im neuen Bodenrecht aufmerksam zu machen, die die Position von Frauen in Fragen der Landnutzung und des Landbesitzes stärken. Der Workshop fokussierte dementsprechend die rechtlichen (gesetzlichen) Instrumente zur Unterstützung der Landbesitzrechte von Frauen.

Ziel war es, die ausgebildeten traditionellen Führungskräfte, die sich direkt mit Fragen der üblichen Landzuweisung und –verwaltung auf Gemeindeebene befassen, insoweit zu schulen, dass ihre zukünftigen Tätigkeiten innerhalb des kodifizierten Gesetzes erfolgen. Es wurde ferner erwartet, dass die Schulung ihr Verständnis dafür vertiefen würde, wie positive Aspekte des Gewohnheitsrechts und der gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz und zur Förderung von Landbesitz und Landnutzungs-rechten von Frauen genutzt werden können.

Die Inhalte des Workshops wurden hauptsächlich durch interaktive Plenumsdiskussionen vermittelt und umfassten vier Hauptvorträge. Der erste Vortrag befasste sich mit Malawis Landangelegenheiten im nationalen Kontext. Dieses Thema gab einen Überblick über den Flächendruck durch konkurrierende Interessen an Land. Der Vortrag erörterte die Herausforderungen der Landverwaltung und behandelte auch Initiativen zur Beseitigung von Hunger und Armut, die weitgehend vom Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen abhängen. Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit dem historischen Hintergrund der Überprüfung und Entwicklungen des Bodenrechts. Zudem fasste ein Vortrag die wichtigsten Änderungen in den neuen landbezogenen Gesetzen zusammen. So sieht das neue Gesetz nicht nur Chancengleichheit vor, sondern enthält spezifische Bestimmungen zum Schutz von Frauen und Kindern vor Landenteignung. In dem letzten Vortrag, der die geschlechtsspezifischen Bestimmungen des neuen Gesetzes hinsichtlich der Veränderungen für Frauen thematisch behandelte, wurde deutlich, dass Frauen weiterhin mit den tief verwurzelten klassischen Rollenmodell von Männern konfrontiert sind-

Zu Beginn des Workshops nannten die Teilnehmer im Plenum ihre Fragen und Anliegen an den Workshop. Am Ende wurden den Teilnehmern Fragen zu den zuvorgenannten Sorgen und Anliegen gestellt, wobei deutlich wurde, dass sie nun in der Lage waren, diese Fragen selbst zu beantworten. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Frauen, die an dem Workshop teilgenommen haben, befähigt und motiviert wurden, sich für die Verteidigung der Landrechte von Frauen einzusetzen und an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Zusätzlich wurde den Führungskräften verdeutlicht, dass sie sich mit der geschlechtsspezifischen Diskriminierung in der Landverwaltung auf der Grundlage des neuen Gesetzes auseinandersetzen müssen. Den Führungskräften, die das neue Grundgesetz abgelehnt haben, wurde bewusst, dass der Grundbesitz einer Frau das Recht auf Nahrung, ein faires Wirtschaftsleben und die Existenzgrundlage erheblich erleichtert.