Veranstaltungsberichte

"Politik: Mehr als Theater?"

von Stephanie Gemerling

Ein interaktives Theaterstück

Im Rahmen des Projektes "Gemeinsam.Demokratie.Gestalten." hat die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Theater Tempus fugit eine Veranstaltungsreihe durchgeführt.

8.00 Uhr, die Theatergruppe ist schon fleißig am aufbauen, denn bald geht es los. Sobald es den Schülerinnen und Schülern gestattet ist, den vorgesehenen Saal zu betreten, bekommen sie eine Farbe zugewiesen. Sie sollen sich in die farbig markierten Bereiche setzen.

Nach der offiziellen Begrüßung werden die ersten fünf  Szenen gezeigt. Verschiedene Personen der Öffentlichkeit werden dargestellt, wie sie sich vorbereiten, vor einer Gruppe zu präsentieren. Zum Beispiel ein YouTuber, der sich eine Strategie für ein Werbevideo überlegt…

Nach den fünf verschiedenen Szenen werden die Schüler von einer Stimme aus dem Off zu einem „Platzwechsel“ gebeten. Die zuvor eingeteilten Farben bekommen nun eine Funktion – es entstehen Kleingruppen. Die Kleingruppen sollen sich in den farbig passenden Stuhlkreis setzen, welche den restlichen Tag von zwei Personen aus der Theatergruppe begleitet werden.

Nun ist die erste Gesprächsrunde beendet, die Kleingruppen sammeln sich wieder. Es werden fünf weitere Szenen gespielt, fünf „Stand-up Comedians“, die gesellschaftspolitische Themen ansprechen, wie z.B. Geschlechterrollen oder die Aufgaben des EU-Parlaments. Nach den gespielten Szenen treffen sich die eingeteilten Kleingruppen wieder in den Stuhlkreisen und diskutieren über die gezeigten Szenen. Dabei geht es um auch um die Fragen: Wo erhalte ich politische Informationen? Wie erhalte ich diese? Wann interessiere ich mich dafür?

Danach dürfen die Kleingruppen selber aktiv werden und einen Beitrag für die Instagram-Seite des Theaters erstellen, zu einem Thema, welches sie gerade beschäftigt.

Nach der Mittagspause gibt es dann eine Quiz-Runde. Die Schüler sollen sich entscheiden, was politisch ist oder nicht: Die Schultoilette? Das neue Handy? Das Liebesleben? In den Kleingruppen wird anschließend weiter darüber diskutiert, wo die Jugendlichen in ihrem Alltag mit Politik konfrontiert sind.

Für die zweite Quiz-Runde sollen die Kleingruppen intern einen Vertreter der Gruppe wählen, danach sammeln sich alle Kleingruppen wieder. Bei dieser Fragerunde geht es darum, wie gut die Vertretung die ganze Gruppe repräsentieren kann. Was macht die Vertretung, um möglichst viele Interessen der Gruppe zu repräsentieren? Wo liegen die Schwierigkeiten in dieser Aufgabe?

Die letzte Aufgabe des Tages für die Jugendlichen ist es, sich für ein Thema zu entscheiden, welches vor der gesamten Gruppe angesprochen und repräsentiert werden soll. Die Jugendlichen entscheiden sich meist für schulpolitische Themen: G8 oder G9? Besseres Essen in der Schulkantine, Geschlechtergerechtigkeit im Sportunterricht, …

Am Ende der Veranstaltung werden alle genannten Themen vor der gesamten Gruppe vorgestellt.

Um 15:30 Uhr endet die Veranstaltung, die Schülerinnen und Schüler verlassen den Saal mit vielen Eindrücken und neuen Gedanken. Von abstrakten Themen wurden die Jugendlichen zu Diskussionen über die Rolle von Repräsentanten in einer parlamentarischen Demokratie und Politik in ihrem Alltag hingeführt. Der Wechsel zwischen Input in Form von Theater, kleinen Gesprächskreisen und aktive Gruppenarbeiten hat viele Schülerinnen und Schüler zur Mitarbeit angeregt und bietet neben dem normalen Schullalltag die Möglichkeit zu Diskussion und Austausch.

 

In einer dreiwöchigen Tournee hat die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit dem Theater Tempus fugit an 12 Schulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland das Theaterprojekt durchgeführt.

Und es ist noch mehr geplant! Im Frühjahr 2020 wird die Theatergruppe von Tempus fugit erneut zwei Wochen lang zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung an verschiedenen Schulen unterwegs sein.

Ansprechpartner

Nina Zimmer

Nina Zimmer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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